1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen
  4. Sport Leverkusen und Leichlingen

TSV Bayer 04 Leverkusen: Giants rauben Rostock die Aufstiegschance

Basketball, 2. Liga (Play-offs) : Giants rauben Rostock die Aufstiegschance

Lange sahen die Leverkusener Zweitliga-Basketballer wie die klaren Verlierer bei den Rostock Seawolves aus. Doch dann drehen sie auf und stehlen die Play-off-Partie mit 96:83 nach Verlängerung.

Dirk Bauermann hatte den Giants den Kampf angesagt. „Wir wollen den Leverkusenern zeigen, wer zu Recht Erster und wer zu Recht Fünfter in der Hauptrunde war“, lauteten die Worte des Trainers der Rostock Seawolves nach der 77:85-Niederlage in der Farbenstadt und vor dem Rückspiel in der Hansestadt. Die Leverkusener Zweitliga-Basketballer straften Bauermann Lügen. Sie drehten ein verloren geglaubtes Play-off-Spiel und gewannen mit 96:83 nach Verlängerung.

Den besseren Start erwischten die Rostocker, die auf 17:8 und 20:10 davonzogen. Keine Mannschaft überragte im ersten Viertel mit ihrer Trefferquote, aus Leverkusener Sicht schien der Korb bisweilen sogar vernagelt zu sein. Das legte sich im zweiten Durchgang, in dem die Giants dem Tabellenführer der Vorrunde den Zahn zogen. Die Gäste trafen zwar besser, schafften auch einen 9:0-Lauf, doch den offensiven Glanz der beiden Heimspiele zuvor erreichten sie nicht. Trotzdem übernahmen sie die Führung, trafen ihren zweiten Dreier durch Michael Kuczmann und gingen mit einem 35:34 in die Kabine.

  • Dirk Bauermann ist seit 2020 Trainer
    Basketball, 2. Liga (Play-offs) : Dirk Bauermann sagt Giants den Kampf an
  • Grant Dressler (r.) wird von Jarelle
    Basketball, 2. Liga (Play-offs) : Giants setzen ihren Höhenflug fort
  • Leverkusens US-Amerikaner JJ Mann dribbelt den
    Basketball, 2. Liga (Play-offs) : Giants planen ihren nächsten Coup

Die Partie blieb auch nach der Halbzeit eher defensiv geprägt. Nur selten ließ eines der Teams einen einfachen Korb zu. Den Dreier von Sid-Marlon Theis beantwortete Haris Hujic mit einem identischen Wurf. Sheldon Eberhardt stahl den Ball und verwertete den Konter selbst. Doch die Giants hatten es trotz des 42:39-Vorsprungs schwer. Ein Ballverlust von Hujic und ein vergebener Distanzschuss brachten Rostock wieder heran. Echter Spielfluss wollte einfach nicht aufkommen, was auch daran lag, dass die Schiedsrichter viele Fouls ahndeten.

Phasenweise wirkten die Leverkusener allerdings im Angriff auch indisponiert. So fand Eddy Edigin keine Anspielstation, was Rostock in Ballbesitz brachte und Hujic ein unsportliches Foul kostete. Ohne in der Verteidigung den Zugriff zu verlieren, kassierten die Giants einen 0:7-Lauf, der sie mit 44:51 in Rückstand brachte. Leverkusen tat sich schwer, Punkte zu erzielen. Daran änderte auch Luca Kahls Dreier nichts – der erste Feldkorb nach einer siebenminütigen Flaute. Der 49:60-Rückstand war folgerichtig.

Bis fünf Minuten vor Schluss sah alles nach einem glasklaren Sieg für Rostock aus, die Gäste aber machten aus einem 16- einen Vier-Punkte-Rückstand. So verwandelten Hujic und Sheldon Eberhardt aus der Distanz, dazu trafen beide sowie Edigin in Bedrängnis aus der Nähe. Einem Fastbreak von JJ Mann folgte ein Hujic-Dreier zum 68:72. Plötzlich fielen die Würfe. JJ Mann und Hujic brachten ihre Farben jeweils auf drei Zähler heran, so dass die Giants 35 Sekunden vor dem Ende sogar wieder für den Sieg in Frage kamen. Und tatsächlich: Der in dieser Phase überragende Hujic verwertete aus etwa zehn Metern den Wurf zum 79:79 – Verlängerung.

In der waren es die Giants, die die besseren Nerven hatten. Während Rostock unbedingt gewinnen musste, um im Aufstiegsrennen zu bleiben, spielten die Leverkusener die Partie erstklassig herunter. Sie erzielten in der Verlängerung 17 Punkte, Rostock magere vier. „Ich habe in der Kabine ein Plakat mit dem Zitat von Dirk Bauermann aufgehängt“, sagte Trainer Hansi Gnad. „Man kann kaum noch jemandem erklären, was dann pasiert ist.“ Sein Fazit: „Was zählt in den Play-offs schon die Hauptrunde?“

Giants Hujic (20), Edigin (16), Eberhardt (13), Mann (12), Lohaus (8), Kahl (8), Bacak (7), Heinzmann (6), Kuczmann (3), Dressler (2), Blass (1), Fankhauser.