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Ladenschluss in Leverkusen-Opladen – der Hobbytreff macht zu

Geschäftsschließung nach 35 Jahren : Ladenschluss – der Hobbytreff macht zu

Herzblut und Leidenschaft stecken drin. Vor allem fürs Werkeln und Knüstern, fürs Gestalten und Kreieren. Am Jahresende ist Schluss. Der Hobbytreff, der für Hobbykünstler reichlich Bedarf anbietet, schließt.

Die Tage bis zum 31. Dezember sind gezählt. Nach 35 Jahren verabschieden sich Freia und Rudolf Moormann, Inhaber des Hobbytreffs an der Kölner Straße 119, endgültig vom Geschäft. Der Abschied fällt ihnen schwer. „Aber 35 Jahre sind genug“, betont die 73-jährige Inhaberin. Und verdeutlicht, dass die Corona-Krise und der damit verbundene Umsatzrückgang nicht die einzigen Gründe waren, warum sie das Geschäft für Bastelbedarf und Kunstgewerbe nach so vielen Jahren endgültig schließen.

Vielmehr wollen sich die Eheleute aus Altersgründen zurückziehen. Bis dahin gewähren sie einen Nachlass von 35 Prozent auf viele tausend Artikel für Bastelbedarf, Handarbeiten, Künstlerzubehör und Dekoration. Ausgenommen von den Rabatten sind nur preisgebundene Bücher und selbstgefertigte Artikel, zu denen auch die genähten Corona-Schutzmasken zählen.

Anfangs führte Freia Moormann den Laden noch gemeinsam mit ihrer Schwester. Im Vorfeld hatten beide ihre Leidenschaft fürs Töpfern entdeckt und beschlossen, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Sie mieteten das Ladenlokal in Opladen mit einem zunächst bescheidenen Sortiment. Nach und nach wurde es immer mehr erweitert.

Das Geschäft boomte geradezu, als Kreativkurse in das Angebot aufgenommen wurden. Neben Unterricht im Töpfern lehrten Freia Moormann und ihre Schwester damals zum Beispiel auch Fertigkeiten in Seidenmalerei, Tiffany und Porzellan- und Stoffpuppen. Weil die Kurse so stark nachgefragt waren, wurde vormittags und abends unterrichtet.

Um immer auf dem neuesten Stand zu sein, besuchten sie regelmäßig die Fachmessen. „Wir konnten auf jeden neuen Trend sofort reagieren“, erinnert sich die Geschäftsfrau, bei der stets die ehrliche und persönliche Beratung im Vordergrund stand. Bald nachdem Freia Moormann den Hobbytreff ohne ihre Schwester weiterführte, sprang ihr Ehemann (79) ein, der als gelernter Werkzeugmacher schon 15 Jahre im Ruhestand war.

„Der Beruf ist immer noch mein Hobby“, versichert die Geschäftsfrau. Sobald sie an den bevorstehenden Abschied denkt, bekommt sie Bauchschmerzen. „Mein Auto hat seit 35 Jahren alleine den Weg von unserem Wohnort in Langenfeld nach Opladen gefunden“, merkt Freia Moormann im übertragenen Sinne an. Doch auch in Zukunft wird ihr sicherlich nicht langweilig. Schließlich will sich die Mutter dreier erwachsener Kinder und Großmutter von acht Enkeln auch in Zukunft mit Handarbeiten beschäftigen. Zum Beispiel mit dem Nähen von Corona-Schutzmasken.