1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

26-Jähriger stiehlt in Leverkusen Kleidung im Wert von 1100 Euro

Amtsgericht Leverkusen : 26-Jähriger stiehlt Kleidung im Wert von 1100 Euro

Am 5. Oktober stellen in Wiesdorf zwei Ladendetektive einen Dieb in der Filiale von Peek und Cloppenburg. Es war bereits der zweite Diebstahlversuch eines 26-Jährigen. Er stand nun vor Gericht.

Der Mann lebt eigentlich in Polen, war zum Arbeiten in Deutschland und musste sich jetzt für einen Schaden in Höhe von fast 1100 Euro vor dem Amtsgericht Leverkusen verantworten.

Laut Anklage hatte der Beschuldigte das Bekleidungsgeschäft erstmalig am Nachmittag des 29. September betreten. Aus den Auslagen nahm er einige Hosen im Wert von insgesamt etwa 579 Euro. In einer Umkleidekabine versteckte er seine Beute in einem Rucksack, den er zuvor präpariert hatte. Damit gelang es ihm, den Laden unauffällig zu verlassen.

Das gleiche Vorgehen versuchte der 26-Jährige am 5. Oktober. Erneut verstaute er Ware im Wert für diesmal 509 Euro in seinem Rucksack. Den Laden aber konnte er nicht verlassen. Die Detektive hielten den Mann auf.

Laut seiner Verteidigerin hatte er im Vorfeld seines Aufenthalts in Leverkusen auf einer Baustelle in Berlin gearbeitet. Dort sei er aber nicht bezahlt worden. Daraus ergab sich Geldnot. Die Kleidung habe er nach Polen zu seiner Familie schicken wollen. Dort sollten Hosen, T-Shirts und Pullover gewinnbringend verkauft werden. „Hintergrund ist, dass eines der Kinder an Asthma erkrankt ist“, sagte die Anwältin. „Die Medikamente in Polen sind sehr teuer.“

Dass sich ihr Mandant im Oktober gegen die Festsetzung durch die Ladendetektive wehrte, erklärte sie damit, dass der Mann keinerlei Deutsch spreche. „Dass es sich dabei um Detektive handelte, wusste er nicht“, betonte sie.

Einer der Detektive sagte aus, er habe sich die Bände der Videoüberwachung angesehen, als der Angeklagte erneut den Laden betreten habe. „Ich konnte schnell erkennen, dass es der gleiche Mann ist“, gab der 38-Jährige an.  Als er ihn angesprochen habe, habe der Beschuldigte versucht zu fliehen. Trotz einer muskulösen Figur sei es dem Detektiv schwer gefallen, den Verdächtigen festzuhalten. „Ich glaube, er stand unter Drogen“, sagte er nun vor Gericht aus.

Und in der Tat gab der Beschuldigte über seine Anwältin zu, am Vortag auf einer Party Amphetamin konsumiert zu haben,
Weil der 26-Jährige in Polen lebt, saß er bis zur Verhandlung sechs Wochen in Untersuchungshaft. In Anbetracht dieser vorgetragenen Umstände verhängte das Gericht eine ungewöhnliche Strafe – eine Geldstrafe in Höhe von 800 Euro, die erst bei neuerlichem Fehlverhalten fällig werden soll.