Kritik am Abschied des Leverkusener Wirtschaftsförderers

Wirtschaftsförderung : Kritik an Obermaiers Abschied

Manager Roman Milczarek lobt das Wirken des scheidenden Wirtschaftsförderers. Kritik der Bürgerliste am Oberbürgermeister.

Ende des Monats ist Frank Obermaier weg. Der Manager verlässt den Posten an der Spitze der städtischen Wirtschaftsförderung (wir berichteten). Für Roman Milczarek ist das „ein Schlag gegen die Wirtschaftsentwicklung der Stadt“, merkt der ehemalige Vorsitzende des Wirtschaftsgremiums Leverkusen an. „Sein in Kürze erfolgender Weggang ist kaum nachzuvollziehen. Dr. Obermaier hat in allen Sachfragen der Neupositionierung und der strategischen Ausrichtung der WFL in den letzten neun Jahren eine hervorragende Leistung erbracht, tatkräftig die Agenden entwickelt und ist nicht beim Impulsesetzen stehen geblieben“, lobt Milczarek. Obermaier habe unter der Überschrift „Leverkusen ist mehr als ein Weltkonzern“ eine Plattform auch für kleinere und mittlere Unternehmen entwickelt. Ihnen habe er wichtige Player in der Forschungs- und Industrielandschaft nahegebracht. Die Standortbotschafter wurden von ihm initiiert, ebenso das Probierwerk  mit Schwerpunkt auf der Gründung neuer Unternehmen. „Dieses Inkubationszentrum für neue Unternehmensansätze mit Zugang zu Gründungsstipendien, das auch von der Landesregierung unterstützt wird, sowie durch Spenden Leverkusener Unternehmer finanziert, sucht seinesgleichen.“ Wenn Obermaier in Köln tätig werde, „gehen wir hier in unserer Stadt ohne strategische Ausrichtung lokalpolitisch zum Üblichen über: Wir geben Impulse und lassen es dabei“, schreibt Milczarek kritisch.

Und auch die Bürgerliste äußert sich zum Weggang Obermaiers mit Kritik an Oberbürgermeister Uwe Richrath. Mit Unverständnis habe sie zur Kenntnis nehmen müssen, dass  Richraths „eigenmächtige parteipolitische Winkelzüge – Spitze der städtischen Wirtschaftsförderung sei zu CDU-lastig“ – dazu geführt hätten, dass Obermeier die Leitung der WfL aufgebe und sich nach Köln habe abwerben lassen, schreibt Erhard Schoofs an Richrath. Statt  Fortschritte etwa bei der City C  melden zu können, werde die Stadtverwaltung weiter geschwächt. Schoofs teilt gegen Richrath aus: Dieser lehne den Dialog zur A 3 mit anderen Stadtchefs ab, sei  einem Treffen zur Gewerbesteuer in Zons ferngeblieben. Richrath sei zunehmend eine Belastung für die Stadt.

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