Jugendprojekt: Integration in Stadion und Klettergarten

Jugendprojekt : Integration in Stadion und Klettergarten

Das Projekt „Ankommen braucht Begegnung“ ist auf Initiative junger Geflüchteter in Leverkusen entstanden.

Das Fremde zum Vertrauten machen, das ist der Schlüssel für ein erfolgreiches Miteinander. Jugendliche haben sich das jetzt in Leverkusen auf die Fahnen geschrieben. Sie wollen sich bei den unterschiedlichsten Aktivitäten etwas besser kennen lernen. In dieser Woche war das erste der monatlichen Treffen des Projekts im Jugendhaus Rheindorf. „Ankommen braucht Begegnung“ lautet der Titel; die Aktion wurde auf Wunsch vieler junger Flüchtlinge ins Leben gerufen.

Nachbarschaftsfeste in den Gemeinschaftsunterkünften verstärkten das Bedürfnis, weitere Menschen aus Leverkusen kennen zu lernen. „Einige Jugendliche kamen auf mich zu. Sie suchten die Möglichkeit, andere Jugendliche zu treffen, die hier schon länger wohnen, die nicht geflüchtet sind“, sagt David Nelson, der die Einrichtungsbetreuung in der Stadt koordiniert. Freunde und Kontakt finden, über Jugendthemen quatschen und zudem die Sprache noch besser erlernen, das steckt hinter dem Antrieb.

Und so erarbeitete Nelson ein Konzept. Gemeinsam mit Barabara Brzozka von der VHS bastelten viele Jugendliche vor einigen Monaten an Kurzfilmen – in bunt gemischten Gruppen. 80 Zuschauer waren damals im Kommunalen Kino dabei, als die Werke gezeigt wurden. Nelson denkt gerne daran zurück. Denn da er meist „nur hinter dem Schreibtisch sitzt“, bekommt er diese Integrationserfolge normalerweise gar nicht hautnah mit. „Es war schön zu sehen, wie sich die Jugendlichen abgefeiert haben.“

Nun also gibt es das zweite Projekt – den Nachfolger quasi. Bis Dezember wird sich die kleine Gruppe einmal im Monat treffen. Schon zum ersten Treffen kamen 15 Jugendliche, Tendenz steigend. Zudem unternehmen die 16- bis 20-Jährigen gemeinsame Ausflüge. Dazu gehören etwa ein Besuch im Klettergarten und in der BayArena bei einem Heimspiel. Und zum Schluss soll eine Unterkunft mit Graffiti verschönert werden.

Katrena etwa gehört zu der Gruppe. Sie floh aus dem Irak. Jetzt sitzt sie im Jugendhaus Rheindorf. Schon beim Filmprojekt war sie dabei. Dort habe sie Freunde gefunden, erzählt sie. Fußball ist ihre Leidenschaft. Sport, sostellt sich schnell heraus, ist ohnehin der gemeinsame Nenner der Gruppe – fast jedenfalls. Denn die aus Afghanistan stammende Maryam erzählt: „Ich gucke am liebsten Serien, Sport ist nicht so mein Ding.“

Die beiden Freundinnen Maxim und Nastia haben in der Sozial-AG des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums von dem Projekt gehört. „Wir haben einfach Spaß am Austausch mit Menschen“, begründet Maxim ihre Teilnahme. Die beiden 17-Jährigen erklären, wenn sie sich nicht sozial einbrächten, dann hätten sie auch nicht das Recht, sich über Dinge zu beschweren. Mit Hedda Haag und Pauline Peck komplettieren zwei Frauen das junge Team um David Nelson.

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