Fußball : Im Sog nach unten

Fußball-Oberligist SF Baumberg fand auch im Spiel beim Cronenberger SC keinen Weg aus der Krise. Trainer Jörg Vollack kritisierte nach dem schmerzhaften 2:3 vor allem die mangelhafte Einstellung seiner Mannschaft.

Die Sportfreunde Baumberg (SFB) befinden sich in der Fußball-Oberliga weiterhin auf Talfahrt, denn auch beim bisherigen Drittletzten konnte die Elf von Trainer Jörg Vollack nichts mitnehmen — 2:3 (1:3). "Ich bin kein Trainer, der seine Mannschaft bei Misserfolg an die Wand haut. Ich übernehme für die Negativserie und den aktuellen Punktestand die volle Verantwortung, aber ich bin nicht für die Einstellung der Spieler verantwortlich — und an der fehlt es momentan", meinte Vollack, für dessen Elf sich die Lage nach dem siebten Spiel in Folge ohne einen Sieg erneut zugespitzt hat.

Gegen die Wuppertaler fehlten gleich drei defensive Stammspieler wegen einer Rotsperre. Neben Torhüter Björn Nowicki, den wieder der Kollege Tobias Bergen vertrat, standen Innenverteidiger Fouad Bouali und Uwe Brüggemann nicht zur Verfügung. Im Angriff begann der bewegliche Ali Daour für Michael Rentmeister.

Bereits die Anfangsphase im Duell der beiden krisengeschüttelten Teams wirkte fahrig und es gab auf beiden Seiten viele Abwehrfehler mit daraus resultierenden Torchancen. Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld bediente Nils Esslinger Daour, der den Ball im Tor der Gäste versenkte — 1:0 (13.). Auf der Gegenseite musste SFB-Keeper Tobias Bergen das Spielgerät mal wieder nach einem Eckball aus dem eigenen Tor holen. Einen eigentlich schlecht getretenen Versuch bekamen die Sportfreunde nicht aus der Gefahrenzone, so dass die Gastgeber das 1:1 erzielten (15.).

Gedanklich zu langsam

"Das kann auf Dauer kein Zufall sein. Standard-Situationen sind einfach eine Sache der Konzentration. Da hab ich kein Verständnis mehr für. Wir sind im Kopf einfach zu langsam", stellte Vollack verärgert fest. Nach einem glasklaren Foul von Wiren Bhaskar, der aufgrund der akuten Personalsorgen auf der ungewohnten Position rechts in der Viererkette aushalf, kam Cronenberg per Elfmeter zum 2:1 (34.) und vor der Pause legten die Hausherren sogar noch das 3:1 nach. Tobias Bergen hatte sich bei einem langen Diagonalball verschätzt und konnte das Leder nur abprallen lassen 1:3 (41.).

"In der Pause hab ich dann noch einmal versucht, die Jungs aufzuwecken", berichtete der SFB-Coach, der in Rentmeister einen zweiten Stürmer brachte. Direkt nach dem Wiederanpfiff markierte Daour ein Tor, das jedoch wegen einer vermeintlichen Abseitsposition nicht gegeben wurde (47.). Anschließend hatten die Sportfreunde weitere Möglichkeiten und die beste Szene vergab Daour, der die Unterkante der Latte traf (84.).

Einfach und kompliziert

"So einfach wir die Tore hinten herschenken, so kompliziert machen wir es vorne. Ich bin maßlos enttäuscht — nicht deshalb, weil wir schlecht gespielt haben, sondern aufgrund der fehlenden Einstellung." Das 2:3 (89.) von Daour kam auf jeden Fall zu spät.

(mroe)
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