Handball : Die Standort-Frage

Der mit zwei Siegen gestartete Handball-Oberligist SG Langenfeld steht am Samstag bei Borussia Mönchengladbach vor der bisher schwierigsten Aufgabe in dieser Saison. Die Tabelle weist die Partie sogar als echtes Spitzenspiel aus.

Den größten Druck ist der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) nach den beiden ersten Spielen los und dafür um die Erkenntnis reicher, dass er in dieser Saison erneut bestehen kann — falls die gesuchten Puzzleteile an die richtige Stelle fallen. "Wir haben ein bisschen Entspannung", sagt Trainer Heino Kirchhoff, "denn wir haben zweimal gewonnen. Das freut mich sehr." Im frühen Stadium der neuen Saison ergibt sich daraus, dass der Zweite mit seinen 4:0 Punkten nun Samstagabend (19.30 Uhr) beim Dritten Borussia Mönchengladbach (4:0) direkt vor einem Spitzenspiel steht. Die Aufgabe dürfte sich bestens für eine weitere Standort-Bestimmung eignen.

Dass Kirchhoff der Aufgabe mit großem Respekt entgegensieht, hat auch mit einem Blick zurück zu tun. "Der Favorit ist ganz sicher Mönchengladbach", findet Langenfelds Coach, dessen Team 2012/2013 gegen die Borussia zweimal unterlag. In Mönchengladbach gabs ein happiges 24:33, weil die SGL damals unter größter personeller Not litt. Das Rückrunden-Duell war am Ende ein 24:25-Krimi und Dawid Rosiak bekam drei Sekunden vor dem Ende noch die späte Gelegenheit zum Ausgleich. Den Last-Minute-Siebenmeter konnte Borussia-Keeper René Mayeur jedoch abwehren und Rosiaks Nachwurf landete erst nach dem Abpfiff im Netz.

Auch Cutura vermisst was

In einem sind sich die beiden Verantwortlichen an der Linie einig. Die SGL braucht ohnehin immer eine starke Deckung und dahinter einen überdurchschnittlichen Keeper — der Tobias Geske in den beiden Auftakt-Begegnungen definitiv war (27:18 bei der SG Dülken, 32:28 über MTV Rheinwacht Dinslaken). Ähnlich scheint der Stand der Dinge bei den Hausherren zu sein. "Es wird für uns wieder auf die Defensive ankommen", erklärt Borussia-Trainer Zoran Cutura, der nach dem 27:21 gegen den Neusser HV und dem 23:21 beim Aufsteiger TuS Treudeutsch Lank immer noch viele Baustellen erkannte. Mit einem 33:24 wie vor einem Jahr rechnet er ohnehin nicht: "Dafür fehlt uns momentan einfach die Durchschlagskraft in der Offensive."

Ein bisschen mehr Spannung

Kirchhoff erwartet auf der anderen Seite eher, dass Mönchengladbachs oft sehr aggressives Abwehrverhalten seiner Mannschaft einiges abverlangen wird. "Es sollte diesmal trotzdem ein bisschen spannender sein als damals", betont der SGL-Coach. Die Aufgabe eignet sich auf jeden Fall zu einer weiteren Standort-Bestimmung.

(RP/ac)
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