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Langenfeld/Monheim: Immer weniger Jugendliche greifen zur Zigarette

Langenfeld/Monheim : Immer weniger Jugendliche greifen zur Zigarette

Rauchen ist bei Teenagern out, sagt Simone Feldmann von der städtischen Jugendförderung zum Weltnichtrauchertag.

Es gibt immer weniger Jugendliche, die Jürgen Meyer im Haus der Jugend (HDJ) oder im Rheincafé noch mit Zigarette in der Hand antrifft. Er ist in der Monheimer Verwaltung für den präventiven Kinderschutz zuständig und schätzt die Zahl von Mädchen und Jungen, die regelmäßig zum Glimmstängel greifen, nur noch auf rund zehn Prozent bei den unter 18-Jährigen. Damit liegt Monheim im Bundestrend.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung führt regelmäßig Umfragen zum Tabakkonsum von Jugendlichen durch. Bei den zwölf- bis 17-Jährigen ist demnach ein starker Rückgang zu erkennen. In dieser Altersgruppe lag die Raucherquote im Jahr 2001 noch bei 28 Prozent, verzeichnete dann eine Reduzierung auf 20 Prozent (2005) und sank 2008 weiter auf 15 Prozent. Laut aktueller Befragung aus dem Jahr 2014 liegt die Quote derzeit bei zehn Prozent - ein historischer Tiefstand und ein auf den ersten Blick positives Signal, auch anlässlich des Weltnichtrauchertages am morgigen Sonntag. Dennoch bleibt das Thema "Sucht" in ihrem Fachbereich Jugendförderung weiter ein brisantes Thema, sagt dessen Leiterin Simone Feldmann. Jugendliche probierten eben vieles aus. Seitdem aber die Gesetzte verschärft worden sind, Zigarettenkonsum in öffentlichen Einrichtungen wie Gaststätten, Krankenhäusern, Schulen und auch am Arbeitsplatz verboten ist, und es für das Rauchen immer weniger Vorbilder gibt, habe sich das Bewusstsein stark verändert. "Rauchen ist teuer geworden. Schüler können sich Tabak oft gar nicht leisten", ergänzt Jürgen Meyer.

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Stattdessen haben E-Zigaretten und Shishas - Wasserpfeifen, in denen meist Tabak mit Fruchtaroma inhaliert wird - Einzug in die Kinderzimmer gehalten. "Die riechen nicht so ekelig und schmecken teilweise süßlich", sagt Simone Feldmann. "Deshalb ist die Hemmschwelle niedriger." Weil die Inhaltsstoffe jedoch nicht gesundheitsförderlich sind, unterstützt Feldmann die Initiative der Bundesregierung, diese für Jugendliche zu verbieten. Erschreckend zugenommen habe gerade bei Jüngeren auch der Cannabis-Konsum. "Wir arbeiten deshalb im Arbeitskreis Kriminalprävention eng mit der Polizei zusammen", erläutert Feldmann. Die kontrolliert außerdem mit dem Kommunalen Ordnungsdienst in den frühen Abendstunden Spielplätze, Schulhöfe und öffentliche Anlagen. Das Gros der erwischten Konsumenten seien zwar Heranwachsende, so die Polizei. Aber auch 13-jährige würden aufgegriffen. Aufklärung steht deshalb an erster Stelle. Gemeinsam mit der Suchtberatung, die auch für Langenfeld zuständig ist, starten die Monheimer Jugendförderung und Schulsozialarbeiter jetzt mit dem "Jugendschutz-Parcours" an der Sekundarschule ein Modellprojekt in Klasse acht. Das wird von der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz, Landesstelle NRW, unterstützt und setzt sich aus den Bausteinen Sucht, Medien und Konsum zusammen. "Glücklicherweise bieten viele Schulen schon Projektwochen zum Thema ,Sucht' an", sagt die Leiterin.

(RP)