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Cannabis, Marihuana und Hanf: Aktuelle News und Infos zur Legalisierung in Deutschland

Cannabis, Marihuana und Hanf: Aktuelle News und Infos zur Legalisierung in Deutschland (Foto: dpa/Oliver Berg)

Cannabis

Cannabis ist eine alte Kulturpflanze, deren berauschende und mitunter heilende Wirkung seit tausenden Jahren bekannt ist. Anders als harte Drogen wie Heroin und Kokain gilt Marihuana als weniger zerstörerisch. Manchmal wird selbst Alkohol als dramatischer dargestellt. Eine Sucht können diese Genussmittel alle auslösen. Cannabis ist eine Droge mit vielen Gesichtern. Wie auch Kokain ist sie in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich.

Neben den Blütenständen der Pflanze, die als Marihuana, Gras oder unter weiteren Synonymen verkauft wird, ist auch das Harz der Pflanze als Haschisch auf dem Markt. Selbst Öle, die den Wirkstoff THC enthalten, werden angeboten.

Alle Produkte sind in unterschiedlichen Qualitätsstufen erhältlich, der Wirkstoffgehalt von heutigem Cannabis übersteigt den des Marihuanas, das die Kommunarden in den Sechzigern konsumierten, deutlich.

Wie auch andere illegale Drogen wird das Produkt durch die Dealer oft zur Ertragssteigerung gestreckt. Dabei kommen nicht weniger giftige Stoffe als bei Heroin und Kokain zum Zuge, Fälle von Quarzsand, Blei oder Plastiksprays werden immer häufiger bekannt. Letztere dienen auch zur Verschleierung schlechter Qualität und sind neben der Drogensucht oft Ursache für gesundheitliche Schäden.

Wann tritt bei Cannabis die Wirkung ein?

Der Wirkungseintritt von Cannabis ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Zum einen reagiert jeder Mensch unterschiedlich auf THC und zum anderen kommt es auch auf die Höhe der Dosierung an. Beim Rauchen mittels Joint oder beim Verdampfen mithilfe eines Vaporizer gelangt das THC über die Lungen direkt in das Blut, sodass die Wirkung in der Regel relativ schnell innerhalb weniger Minuten zu spüren ist.

Bei Personen, die noch nie THC konsumiert haben, kommt es häufig vor, dass sie gar keine Wirkung spüren. Über dieses Phänomen existieren viele Theorien, jedoch keine konkreten wissenschaftlichen Erklärungen. Das High-Gefühl entsteht dadurch, dass die zugeführten Cannabinoide an den Cannabinoidrezeptoren, die im gesamten Körper verteilt sind, andocken und so ihre Wirkung entfalten. Warum das bei einzelnen Personen nicht der Fall ist, ist nicht eindeutig geklärt.

Wenn Cannabis beispielsweise in Tee oder Keksen verarbeitet und zugeführt wird, tritt die psychoaktive Wirkung erst nach 30 Minuten bis zwei Stunden ein. Das liegt daran, dass das THC aus dem Magen erst in den Blutkreislauf wandern muss.

Wann verliert Cannabis seine Wirkung?

 Wie lange die Cannabinoide im Körper wirken, ist ebenfalls von Person zu Person unterschiedlich. In der Regel wirkt Cannabis zwei bis drei Stunden. Nach dem Verzehr von Tee oder Keksen dauert der Rausch je nach Füllzustand des Magens vier bis fünf Stunden. In Extremfällen kann der Rausch aber auch länger andauern.

Was ist medizinisches Cannabis, und wer verschreibt es?

Wenn Marihuana für medizinische Zwecke und zur Linderung von Beschwerden eingesetzt wird, spricht man von medizinischem Cannabis oder Medizinalhanf. Arzneimittelrechtlich wurde Cannabis in Deutschland erstmals im Jahr 2011 zugelassen. Zahlreiche Studien konnten bereits die schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung von THC sowie weiteren Cannabinoiden wie dem Cannabidiol (CBD) belegen. So wird Cannabis gegen diverse Symptome wie Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen eingesetzt. Cannabis kommt vor allem bei folgenden Krankheiten zum Einsatz:

  • Krebserkrankungen
  • AIDS/HIV
  • Multiple Sklerose
  • ADS/ADHS
  • Epilepsie
  • Tourette-Syndrom
  • Depressionen / Angststörungen
  • Migräne
  • Neurodermitis / Psoriasis / Rheuma
  • Entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa, Reizdarm)

Seit im März 2017 das "Cannabis als Medizin Gesetz" in Kraft getreten ist, darf jeder Arzt pharmazeutisches Cannabis in Form von Cannabisblüten, Cannabisextrakten sowie Medizinprodukte mit den Wirkstoffen Nabilon und Dronabinol auf einem Betäubungsmittel-Rezept verschreiben. Das neue Gesetz regelt zudem, dass die Krankenkassen die Kosten für das medizinische Cannabis übernehmen müssen. Nur in begründeten Einzelfällen dürfen sie die Kostenübernahme verweigern.

Wer bekommt medizinisches Marihuana?

Ob eine Cannabis-Therapie sinnvoll ist, entscheidet der Arzt. Patienten, für die pharmazeutisches Cannabis geeignet ist, lassen sich in die folgenden Gruppen einteilen:

  • Patienten mit chronischen Schmerzen (z. B. Phantomschmerzen oder Migräne)
  • Patienten mit neurologischen Erkrankungen (z. B. Epilepsie, Multiple Sklerose oder Tourette)
  • Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen (z. B. posttraumatische Belastungsstörung oder Depressionen)
  • Patienten mit chronischen entzündlichen Erkrankungen (z. B. Rheuma oder Neurodermitis)
  • Patienten, die an Übelkeit und Erbrechen infolge einer HIV-Erkrankung oder einer Chemotherapie leiden

Dem Cannabis-Gesetz zufolge zählt allein die Schwere der Erkrankung und nicht die Krankheit selbst. Aus diesem Grund obliegt auch dem Arzt die Entscheidung, Cannabis zu verordnen.

Aktuelle News und weitere Infos zum Thema Cannabis finden Sie hier.

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