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Langenfeld: Stadt setzt bei Grünpflege auf Schafe

Langenfeld : Stadt setzt bei Grünpflege auf Schafe

Langenfeld stellt die Rasenmahd auf geeigneten Flächen um und will dabei die Umwelt schonen.

Diejenigen, die die eigentliche Arbeit machen sollten, konnten es kaum abwarten: Temperamentvoll sprangen 25 Schafe vom Tiertransporter und liefen auf die 7000 Quadratmeter große Wiesenfläche am Regenrückhaltebecken des Business-Parks Galkhausen. Sie sind dort als Rasenmäher abgestellt.

Die Stadtverwaltung Langenfeld wagt mit Schäfer Jürgen Arend einen ersten Versuch. In den kommenden zwei Wochen dürfen die Tiere den Rasen kurz und klein raspeln. Dann zieht die blökende Bande weiter zur nächsten Weidefläche. Auch den idealen Zeitpunkt für eine Rückkehr bestimmt der Schäfer. Das Regenrückhaltebecken sei ein nahezu optimaler Standort, sagt er. Es ist eingezäunt, die Tore im Gatter abgeschlossen: Keine Chance für Schafe, auf Abwege zu geraten.

"Dies ist ein Versuch der Stadt, an dafür geeigneten Plätzen, die Pflege der Grünflächen umzustellen", erklärte Landschaftsplaner Jens Mischel. Weg von der Mähmaschine. Stattdessen soll auf eine natürliche Weise verhindert werden, dass Gras über die Sache wächst. Dafür eignet sich nicht jede städtische Fläche. Aber von solchen Regenrückhaltebecken gibt es mehrere in Langenfeld. Und in etwa zwei Wochen gibt es die zweite Halbzeit im Betriebsversuch Schaf - dann auf der Streuobstwiese an der Straße Am Schwarzen Weiher in Richrath. Dort werden sechs Tiere von Schäfer Mühlhöfer eingesetzt.

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"Eine Mähmaschine kommt nicht so ohne weiteres überall hin", zählte Landschaftsplaner Mischel die Vorteile der paarhufigen Wiederkäuer auf. Sie seien auch wesentlich leiser als die Konkurrenten aus Stahl. Und robuster für den Fall, dass es mal regnet. "Insgesamt versprechen wir uns von der Umstellung auf die Schafe eine umweltschonendere Bewirtschaftung der dafür ausgesuchten Grünflächen", sagte Mischel. Im Spätsommer werde die Stadt zusammen mit den beteiligten Schäfern eine Bilanz des Versuchs ziehen.

Ganz wichtig ist aus der Sicht von Mischel, dass die Schäfer intensiv nach ihren Tieren gucken. Und dabei auch beurteilen, wenn eine Fläche für den Moment abgegrast ist. Sogar Sonderwünsche der Stadt könnten berücksichtigt werden, berichtet der Landschaftsplaner. Falls etwa einem störenden Bewuchs mit Brombeeren dauerhaft der Garaus gemacht werden solle, könne man einfach zwei Ziegen "der Schafherde beimischen". Im Unterschied zu den genügsamen Woll-Lieferanten rupfen Ziegen eine Pflanze mit Stumpf und Stiel aus und machen auch vor stacheligem Gestrüpp nicht Halt. "Auch dabei sind wir auf die Professionalität und das Wissen der Schäfer angewiesen", so Mischel. Er erinnert sich noch an einen ersten Versuch mit Schafen vor einigen Jahren. Damals sollten die eine Fläche neben dem Freibad kurz halten. Der hierzu eingesetzten Herde wohnte allerdings ein großer Freiheitsdrang inne. Mehrfach mussten die Tiere eingefangen werden - unter anderem, nachdem sie in einem Tennisclub die Zierbeete abgefressen hatten. Dazu werde es diesmal nicht kommen, verspricht Landschaftspfleger Mischel: "Wir gucken uns die Schäfer ganz genau an, mit denen wir kooperieren."

(dne)