Monheim: Glaube und Kunst: Das passt

Monheim : Glaube und Kunst: Das passt

Ein Höhepunkt der "Nacht der offenen Kirchen" war der ökumenische "Lichterweg", der die Kirchen in Reusrath miteinander verband. Die Besucher kamen mit Kerzen, Fackeln und Laternen – zur Freude auch von Christof Bleckmann, Pfarrer an der Martin-Luther-Kirche.

Herr Bleckmann, wie war die Resonanz im Langenfelder Süden?

Bleckmann Insgesamt bin ich sehr zufrieden. Ich schätze, dass wir im Laufe des Abends rund 200 Besucher bei uns in der Kirche hatten. Der eigentliche Erfolg der Aktion lässt sich aber nicht mit Zahlen messen. Am Veranstaltungsabend wurde vielmehr ein Gefühl der Zusammengehörigkeit zwischen den Gemeinden deutlich – und die Erkenntnis, dass Kirche sich nicht zu verstecken braucht. Wir haben gemeinsam Gesang, Musik sowie Kunst erlebt, und jeder hat das eingebracht, was er am besten kann. Das war eine schöne Erfahrung.

Sind Kirchen der geeignete Ort für Kunst, Kultur und Konzerte?

Bleckmann Diese Elemente passen aus meiner Sicht sogar sehr gut zusammen. Verschiedene Kunstformen wie Film oder Musik helfen uns dabei, ein breiteres Verständnis für die Wirklichkeit zu entwickeln. Letztere ist ohnehin schon fester Bestandteil des kirchlichen Lebens. Liebe, Gerechtigkeit und Solidarität sind christliche Grundsätze, die oft in Kulturformen dargestellt werden. Die Sprache der Kunst hilft bei dem Verständnis der Sprache des Glaubens. Das Programm der Nacht der offenen Kirche war genau auf diese Schwerpunkte ausgerichtet. Ich sehe darin keinen Widerspruch.

Haben sie sich gefreut, dass auch die katholischen Kirchen bei der Aktion zum Jubiläum des evangelischen Kirchenkreises mitgewirkt haben?

Bleckmann Das hat sich in der Tat sehr erfreulich entwickelt. Die katholischen Gemeinden sind der Einladung unseres Superintendenten Gert-René Loerken sehr gerne gefolgt – vor allem in Langenfeld. Das zeigt, dass die Ökumene in unserer Stadt funktioniert. Außerdem feiert man bei einem Geburtstag ja auch gerne mit Freunden. Das gilt auch für kirchliche Körperschaften. So hatten die Besucher die Gelegenheit, verschiedene Kirchen und Gemeinden zu erleben. Es ist schön zu sehen, wie vielseitig die Christenheit aufgestellt ist. Um das zu erkennen, braucht es einen regen Austausch zwischen den Konfessionen.

Dorian Audersch führte das Interview.

(dora)