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Bibliothek in Monheim - Sonntagsöffnung dient der interkulturellen Bildung

Bibliothek in Monheim : Sonntagsöffnung dient der interkulturellen Bildung

Einen sonnigen Sonntag wie den vergangenen werden viele Monheimer genutzt haben, sich mit einem guten Buch auf den Balkon oder in den Garten zu setzen. Die Monheimer Stadtbibliothek hatte an diesem Tag ihre Tore geöffnet, um auch die Schwelle für solche Bürger herabzusetzen, die diese Bildungseinrichtung sonst eher nicht besuchen, die Berührungsängste haben, für die Bücher mit sieben Siegeln verschlossen sind.

Als Türöffner im engeren und übertragenen Sinn hat sich Bibliotheksmitarbeiterin Alina Dopatka daher mit dem Verein WiM (Wir in Monheim) zusammengetan. Die meisten der Vereinsmitglieder stammen aus dem Berliner Viertel. „Wir sind da groß geworden und kennen viele Leute“, sagt Vorsitzender Rashid Akkrouch. „Wir wollen dafür sorgen, dass sich mehr Menschen in die Bibliothek trauen.“ Ganz praktisch übe man daher sonntags mit die Schlüsselgewalt aus. „Die Bücherei selbst könnte das sonst personell nicht stemmen.“

Bei der Premiere am Sonntag lauschten 25 Kinder der auf Deutsch und Arabisch vorgetragenen Geschichte „Der Grüffelo“, berichtet Alina Dopatka, die das Projekt konzipiert hat, das im Rahmen des Förderprogramms „Sonntags in der Bibliothek“ vom Land gefördert wird. Vorleser Samy Charchira vom Verein „Zukunft plus“ genieße in der Community einen gewissen Berühmtheitsgrad, nachdem er im Juli den Verdienstorden des Landes für Integration erhalten habe. Samy Charchira ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Studiengangs „Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft“ am Institut für Islamische Theologie an der Universität Osnabrück. Er ist Experte für „muslimische Wohlfahrtspflege“.

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Die Sonntagstermine knüpfen thematisch an das Projekt  „Interkulturelle Bibliothek“ an, das der Verein WiM ursprünglich umsetzen wollte. So wird am kommenden Sonntag die Autorin Arzu Gürz Abay einen Workshop für Eltern und Erzieher zum Thema Mehrsprachigkeit anbieten. Sie befasst sich mit den Themen Heranführen von Kindern an Literatur im mehrsprachigen Kontext und Leseförderung für Kinder aus lesefremden Familien.  Der interkulturelle Ansatz schließt aber nicht nur mehrsprachige Lesungen und Workshops ein: „Wir haben unseren Medienbestand auch schon um viele zweisprachige Kinderbücher in Arabisch, Farsi, Persisch, Französisch, Spanisch und Russisch erweitert“, so Dopatka. Vom Kreisintegrationszentrum habe die Bücherei gratis eine große Kiste mit etwa 30 Romanen, Kinder- und Sachbüchern zum Thema Integration erhalten.

Die Kooperation will die Bildungskoordinatorin der Bücherei aber nicht  als räumliche Vereinnahme verstanden wissen. Und auch wenn der Verein WiM dort Angebote, wie eine Hausaufgabenbetreuung oder Elterntalks umsetzen werde, werde die Bibliothek nicht Vereinsraum werden, stellt Dopatka klar. Während der Öffnungszeit besuchten auch etwa 20 eingeschriebene Leser die Bibliothek.