Krefeld: Uerdinger Fotograf zeigt Riesen-Panoramen

Krefeld : Uerdinger Fotograf zeigt Riesen-Panoramen

Als Schüler des Gymnasiums Fabritianum entdeckte er schon in den Achtzigern die Liebe für Industriefotografie: Marcus Mitter, gebürtiger Uerdinger, machte schon damals mit der Leica-Kamera seines Vaters Bilder im ehemaligen Bayer-Werk und entwickelte sie in der Dunkelkammer des Gymnasiums. In wenigen Tagen eröffnet Mitter nun eine Ausstellung in seiner alten Heimat: In der Dujardin Weinbrennerei von Matthias Melcher zeigt er 360-Grad-Luftaufnahmen von Köln, Düsseldorf, Bonn und Uerdingen. "Gigapixel-Panoramen" nennt er die Bilder – mit dem Auge kann der Betrachter über den Dächern der Stadt spazieren gehen, online sogar hinein zoomen.

Als Schüler des Gymnasiums Fabritianum entdeckte er schon in den Achtzigern die Liebe für Industriefotografie: Marcus Mitter, gebürtiger Uerdinger, machte schon damals mit der Leica-Kamera seines Vaters Bilder im ehemaligen Bayer-Werk und entwickelte sie in der Dunkelkammer des Gymnasiums. In wenigen Tagen eröffnet Mitter nun eine Ausstellung in seiner alten Heimat: In der Dujardin Weinbrennerei von Matthias Melcher zeigt er 360-Grad-Luftaufnahmen von Köln, Düsseldorf, Bonn und Uerdingen. "Gigapixel-Panoramen" nennt er die Bilder — mit dem Auge kann der Betrachter über den Dächern der Stadt spazieren gehen, online sogar hinein zoomen.

Marcus Mitter auf dem Dach des Missippi-Dampfers. Foto: Mitter

Der 48-jährige Marcus Mitter nennt sich "Wandervogel": Nach der Schule sei er zunächst zum Studium nach Bordeaux ausgewandert, habe als Manager in internationalen Unternehmen gearbeitet, ehe er nach Bonn zog und vor vier Jahren auf digitale Fotografie setzte. "360-up" nennt Mitter sein Unternehmen. Seine Partnerin Petra Gremmelspacher, ehemalige Mitarbeiterin des Hauses der Geschichte in Bonn, unterstützt ihn als Web-Designerin.

Mit dem Team seines Unternehmens 360-up erstellt Mitter Luftbilder aus bis zu 16 Metern Höhe vom Boden aus. Daraus kann er auch aus hunderten kleinen Bildern große Panoramen erstellen, wie sie bald auch bei Dujardin zu sehen sind. Doch auch für "virtuelle Rundgänge" im Internet sind die Aufnahmen verwendbar. "Solche 3D-Touren werden von Unternehmen, Museen, Hotels, Kommunen auf deren Webseite eingebunden. Dadurch können Internetbesucher interaktiv Einblick nehmen und sich über das Produkt, Angebot, Ausstellung oder Räumlichkeiten vorab informieren", erklärt Mitter. Als aktuellsten Geschäftsbereich hat er zudem das Geschäft von Google-Business-Photos für sich entdeckt: 360-up erstellt Bilder von Unternehmen, wie zum Beispiel Geschäften und Restaurants, und lädt diese als zertifizierter "Google Trusted Photographer" bei Google Maps hoch und verbindet die interaktiven 360-Grad-Innenansichten des Unternehmens mit dem Programm Google Maps.

Das erste Gigapixel-Panorama entstand von Köln: In 150 Metern Höhe auf dem Dach des höchsten Bürogebäudes der Rheinmetropole, dem KölnTurm im Medienpark, baute Mitter mit seinem Team die Kamera auf. In Folge wurden die Einzelbilder auf der Messe Photokina zusammengerechnet, von Megalab, dem Kölner Spezialisten für großformatige Bildkommunikation ausbelichtet und das Ergebnis, ein fast neun Meter langes Foto, präsentiert. Marcus Mitter hat sich um den Zugang zu weiteren hochgelegenen Dächern in Bonn, Düsseldorf und Krefeld bemüht; so entstanden weitere Gigapixel-Panoramen der Metropolregion Rheinland, auch von der Krefelder City. "Die zusammengesetzten Panoramen wurden immer größer und die Nachbearbeitung beanspruchte enorme Rechnerleistungen", erklärt Mitter. In mühsamer Handarbeit müssen die Bilder nachher stets retuschiert werden.

Das "größte" der Panoramen vom Mittelrhein zum Niederrhein wurde aus weit über 500 Einzelbildern erstellt und kann bei Bildschirmauflösung von 72 dpi auf über zehn Meter Höhe und fast 80 Metern Länge gedruckt werden, bei geringerer Auflösung entsprechend größer. Das seien die größten 360-Grad-Photoshop-Dateien vom Rheinland, sagt Mitter. Bei genannter Auflösung seien einige der Panoramen weit über 220000 Pixel breit und fast 30000 Pixel hoch.

Mit Matthias Melcher, dem Uerdinger Eigentümer der Dujardin-Weinbrennerei, habe sich inzwischen eine Freundschaft ergeben, sagt Mitter. Jahrelang habe er den schmucken Industriebau nicht gesehen, dann bei seiner Rückkehr nach Uerdingen das Gebäude in restaurierter Form wiedergesehen, und gleich schätzen gelernt. 7,15 Meter ist das Uerdingen-Bild groß — 12,30 Meter das Bild seiner jetzigen Heimat Bonn. Woran zu erkennen ist: Schönheit definiert sich nicht immer über Größe.

(RP)
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