HTC Blau-Weiß Krefeld gelingt Pflichtsieg

Tennis : HTC Blau-Weiß Krefeld gelingt Pflichtsieg

Der Tennis-Bundesligist gewann gestern mit 5:1 sein Heimspiel gegen den Aufsteiger TV Reutlingen. 3:1 führten die Gastgeber vor 800 Zuschauern bereits nach den Einzeln, machten es in den Doppeln aber noch einmal sehr spannend.

Mit einem Doppel-Krimi endete gestern im Krefelder Stadtwald ein toller Tennistag. Im Heimspiel gegen den Aufsteiger TV Reutlingen war der HTC Blau-Weiß Krefeld vor 800 Zuschauern nach den vier Einzeln deutlich auf der Siegerstraße, musste am Ende aber noch reichlich um den erwarteten Pflichtsieg zittern. „Es hat sich mal wieder bestätigt, dass es in der Bundesliga keine leichten Spiele gibt. Die Reutlinger haben heute sehr gute Leistungen gezeigt. Ich freue mich besonders für unsere beiden Italiener, die am Freitag keinen guten Tag erwischt hatten und heute im Doppel den Sieg für uns eingefahren haben“, sagte Teamchef Olaf Merkel. Nach diesem Sieg belegen die Krefelder Punktgleich mit Mannheim Tabellenplatz zwei.

Trotz des Ferienbeginns und des hochsommerlichen Badewetters waren die Ränge am SWK-Centercourt kurz nach 11 Uhr sehr gut gefüllt. Die Zuschauer kamen gleich auf ihre Kosten. Denn Jürgen Melzer eröffnete für die Blau-Weißen den Tennistag im Stadtwald. Der Österreicher traf auf den deutschen Hünen Tobias Simon, der am Freitag beim Gastspiel der Reutlinger in Halle sein Einzel gewonnen hatte. Und auch gestern begann die Nummer 443 der Welt sehr stark. Besonders mit einem fulminanten ersten Aufschlag mit über 200 km/h sammelte er viele direkte Punkte. Zum Glück gelang Melzer direkt ein Break und er hatte beim Stande von 5:2 den Satzgewinn vor Augen. Doch er kassierte zum 5:5 ein Break. In einer spannenden Endphase setzte er sich dann bei Aufschlag Simon mit seinem ersten Satzball mit 7:5 durch. Damit war die Gegenwehr des Deutschen gebrochen. Im zweiten Satz hatte Melzer keine Mühe mehr. „Es war nicht leicht heute, weil mein Gegner besonders im ersten Satz sehr gut aufgeschlagen hat“, sagte der Österreicher nach dem Match.

Auf dem Nebenplatz tat sich Paolo Lorenzi gegen den Spanier Jordi Samper-Montana sehr schwer, weil er überhaupt nicht seinen Rhythmus fand (3:6). Im zweiten Durchgang drehte der Italiener dann am Turborad und gewann 6:3. Den Match-Tiebreak eröffnete er mit einem Doppelfehler und lag schnell mit 0:4 hinten. Er kämpfte sich zwar noch einmal auf 5:8 heran, doch zum Sieg reichte es nicht mehr. „Das ist ärgerlich. Aber wenn man im Match-Tiebreak so weit zurück liegt, ist es immer schwer, noch zu gewinnen“, sagte der 36-Jährige nach seiner zweiten Einzel-Niederlage an diesem Wochenende.

Ein tolles Match lieferte sich der Italiener Marco Cecchinato mit seinem Landsmann Lorenzo Giustino. Die Nummer 1 des HTC geriet im ersten Satz auf die Siegesstraße. Doch er kassierte beim Stande von 5:3 ein Break, was ihn aus dem Rhythmus brachte. Er haderte mit sich selbst und beförderte vor Wut einen Ball in den Stadtwald. Dafür erhielt er vom Stuhl-Schiedsrichter eine Verwarnung. Er fing sich zum Glück wieder und entschied den Satz im Tiebreak für sich. Im zweiten Durchgang hatte Cecchinato weniger Arbeit und setzte sich mit 6:4 durch. Fast gleichzeitig machte Carlos Berlocq gegen den Franzosen Jonathan Eysseric mit einem klaren Erfolg kurzen Prozess

Nichts für schwache Nerven waren die beiden abschließenden Doppel. Die italienische Paarung Lorenzi/Cecchinato gewann den ersten Satz im Tiebreak. Den Reutlingern gelang der Satzausgleich. Im Match-Tiebreak hatten die Gäste schon mit 6:3 die Nase vorn, als die Azzuri eine Aufholjagd starten und den Spieß mit 10:8 noch umdrehten. Damit machten sie den Krefelder Gesamtsieg perfekt.

Obwohl das Duo Melzer/Berlocq den ersten Satz schnell für sich entscheiden konnte, stießen sie im zweiten Durchgang auf große Gegenwehr und unterlagen im Tiebreak. Im Match-Tiebreak gingen sie schnell in Führung, die sie bis zum Schluss nicht mehr abgaben. Damit hieß es am Ende 5:1 für den HTC. Alle vier Krefelder Spieler verließen fast fluchtartig den Stadtwald. Denn da in Düsseldorf ihre Flüge gestrichen waren, mussten sie nach Köln gebracht werden und von dort aus zu den nächsten Turnieren fliegen.

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