Traumstart für den HTC Blau-Weiß

Tennis : Traumstart für den HTC Blau-Weiß

Der Krefelder Tennis-Bundesligist gewann gestern im Stadtwald sein Heimspiel gegen den THC Rot-Weiß Köln mit 4:2. 1350 Zuschauer sahen hochklassige und spannende Duelle. Die beiden abschließenden Doppel wurden zum Krimi.

Das war nichts für schwache Nerven! Nach einem Doppel-Krimi feierte der HTC Blau-Weiß Krefeld gestern zum Auftakt der Tennis-Bundesliga-Saison 2018 gegen den THC Rot-Weiß Köln einen verdienten 4:2-Heimsieg. Nach einer 3:0-Führung mussten die Blau-Weißen bei hochsommerlichen Temperaturen am Ende noch um ihren Sieg zittern. Auch wenn trotz des vielleicht hochkarätigsten Aufgebot in der langen Bundesliga-Geschichte des Stadtwaldteams der Zuschauerrekord des Vorjahres (1750) nicht geknackt wurde, sorgten 1350 Zuschauer für eine stimmungsvolle Kulisse und kamen angesichts hochklassiger Duelle sowie Spannung pur bis zum Schluss auf ihre Kosten. Nach diesem Traumstart können die Blau-Weißen nun am Freitag mit breiter Brust zum Auswärtsspiel gegen den TK Kurhaus Aachen fahren.

Bereits 30 Minuten vor dem offiziellen Beginn um 11 Uhr waren die Ränge des SWK-Center-Courts sehr gut besetzt. So fand die Ehrung für Teamchef Olaf Merkel, der vom Deutschen Tennis-Bund für seine Verdienste um den Tennissport mit dem Trainer-Award des Jahres 2018 ausgezeichnet wurde, in einem würdigen Rahmen statt. Die Ehrung übernahmen Peter Born, Bundestrainer und Leiter der Trainerausbildung des DTB, und Dietloff von Armin, Präsident des Tennis-Verbandes Niederrhein.

Gänsehaut pur herrschte dann, als beide Mannschaften unter Standing Ovations den Center-Court betraten und vorgestellt wurden. Besonders groß war natürlich der Beifall für Marco Cecchinato, der seit seinem Triumph bei den French Open in Paris als 29. der Weltrangliste das Aufgebot der Krefelder anführt. Die Kölner konnten keinen ihrer Top-Fünf-Spieler aufbieten. Trotzdem warnte Olaf Merkel vor dem Gegner: „Oscar Otte und Dustin Brown sind zwei ganz gefährliche Spieler. Wir sind zwar sicher der Favorit, aber diese Gegner musst man erstmal schlagen.“

Eröffnet wurde die neue Saison der besten Liga der Welt von Publikumsliebling Paolo Lorenzi. Der Italiener traf auf Santiago Giraldo. Nur im ersten Satz konnte der Kolumbianer einigermaßen mithalten. „Zu Beginn fehlte mir etwas das Timing, weil ich vorher lange auf Gras gespielt habe. Danach war ich sicher, dass ich das Match gewinnen werde“, sagte Lorenzi hinterher.

Kurz nach Lorenzi betrat Neuzugang Carlos Berlocq den Nebenplatz und traf auf den Deutschen Jan Choinski. Ohne Mühe setzte sich der 35-jährige Argentinier im ersten Satz durch. Danach wurde sein Gegner deutlich stärker. Letztendlich setzte sich Berlocq dank seiner Erfahrung durch und entschied das Match mit einem Break.

Als dann mit Cecchinato der Shooting-Star des Tennis-Halbjahres 2018 den Platz betrat, war rund um den Center-Court das Gedränge groß. Alle wollten sehen, warum sich Italiener in der Weltrangliste so weit nach vorne gespielt hat. Auf die Antwort mussten die Fans nicht lange warten. Der 25-jährige ließ seinem Gegenüber Oscar Otte keine Chancen, das Match zu bestimmen und feierte einen souveränen Zweisatzsieg. „Marco ist im Vergleich zum Vorjahr viel besser und selbstbewusster geworden“, sagte Olaf Merkel.

Ein packendes Sandplatzduell lieferten sich dann Krefelds neuer Spanier Roberto Carballes Baena und der deutsche „Rastaman“ Dustin Brown. Der sah im ersten Satz schon wie der Verlierer aus, als er im Tiebreak mit 0:4 zurück lag, aber den Spieß noch mit 7:4 umdrehte. Damit war die Moral und die Gegenwehr des Spaniers gebrochen und der erste Punkt für Köln perfekt.

Die Verpflichtung von Carlos Berlocq entpuppte sich gestern für die Blau-Weißen als Volltreffer. Der Argentinier gewann im Einzel und Doppel. Foto: Samla Fotoagentur/samla.de
Dietloff von Armin (li.), Präsident des Tennisverbandes Niederrhein, und DTB- Bundestrainer Hans Peter Born (re.) zeichneten Krefelds Teamchef Olaf Merkel mit dem Trainer-Award 2018 aus und würdigten damit die langjährigen Verdienste des „Mister Tennis-Bundesliga“ der Seidenstadt, die er sich in vielen Bereichen des Tennissports erworben hat. Foto: Samla Fotoagentur/samla.de

Die beiden abschließenden Doppel entwickelten sich zu einem Krimi. Das italienische Duo Lorenzi/Cecchinato gab gegen das Duo Otte/Giraldo den ersten Satz ab, wahrte aber im zweiten Durchgang die Siegchance. Im Match-Tiebreak hatten die Kölner das Glück auf ihrer Seite. Danach begann im Lager der Blau-Weißen ein wenig das Zittern. Denn jetzt mussten die beiden Neuzugänge Berlocq und Carballes Baena den Sieg unter Dach und Fach bringen, die den ersten Satz gewannen. Danach entwickelte sich ein dramatische zweiter Durchgang, der dann unter großem Jubel der Krefelder Fans im Tiebreak mit 9:7 für Blau-Weiß endete. Damit gab es am ersten Bundesliga-Sieg gegen die Kölner nichts mehr zu rütteln. Entsprechend lange wurde hinterher im Klubhaus an der Hüttenallee noch gefeiert. Am kommenden Sonntag ist dort Aufsteiger TV Reutlingen zu Gast.

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