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Krefeld: Erneut drei Senioren nach Corona-Infektion gestorben

Ab Montag keine Maskenpflicht in der Krefelder City : Erneut drei Krefelder nach Corona-Infektion gestorben

Die Sieben-Tage-Inzidenz in der Seidenstadt steigt auf 180 an. „Es wäre hilfreich, wenn die Stadt auf ihrer Internetseite über das Thema ,Impfen’ umfassender informieren würde“, sagt CDU-Ratsfrau und Landtagsabgeordnete Britta Oellers.

Die Corona-Zahlen für Krefeld steigen weiter dramatisch an: Nach Aussage des städtischen Gesundheitsamtes sind am Wochenende erneut drei mit dem Virus infizierte Personen in Krefeld gestorben. Außerdem vermeldet die Behörde weitere 121 Neuinfizierte. Der Inzidenzwert steigt von 159 auf 180. Trotzdem hat der Corona-Krisenstab unter Leitung von Oberbürgermeister Frank Meyer bereits am Freitag entschieden, die bis Montag, 11. Januar, bestehende Maskenpflicht im Bereich zwischen den Wällen und in den Fußgängerzonen nicht zu verlängern. „Wir wollen nicht Gefahr laufen, dass ein Gericht diese temporäre Maskenpflicht von 8 bis 20 Uhr aufhebt“, begründet Meyer seine Entscheidung.

Stand Sonntag, 10. Januar, 0 Uhr, sind insgesamt 5.852 (Freitag 5.731) Krefelder positiv auf das Coronavirus getestet worden. Als genesen gelten inzwischen 4.935 (Freitag 4.849) Personen nach einer Corona-Infektion. Seit Freitag sind weitere drei Krefelder im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gestorben, 70 Verstorbene sind es somit seit Ausbruch der Pandemie. Eine Person mit Mitte 80 verstarb im Krankenhaus. Sie lebte zuvor nicht in einem Heim. Zu Vorerkrankungen ist nichts bekannt. Eine weitere Corona-Infizierte Person über 90 Jahre starb in einem Pflegeheim. Das dritte Todesopfer war ebenfalls eine Person Mitte 90 mit schweren Vorerkrankungen, die in einem Wohnheim verstarb.

Als aktuell infiziert gelten 847 (Freitag 815) Personen. Die Sieben-Tage-Inzidenz, die vom Robert-Koch-Institut (RKI) für Krefeld errechnete Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen, steigt mit der neuen Entwicklung weiter deutlich, von 159 am Freitag auf 180.

 CDU-Landtagsabgeordnete und Ratsfrau Britta Oellers
CDU-Landtagsabgeordnete und Ratsfrau Britta Oellers Foto: Carola puvogel/carola Puvogel

64 (46) Personen liegen nach einer Corona-Infektion im Krankenhaus. Elf dieser Patienten liegen aktuell immer noch auf der Intensivstation, sieben (acht) von ihnen werden beatmet. Insgesamt 17.245 Krefelder haben sich bisher in eine freiwillige oder behördlich angeordnete Quarantäne begeben. Bisher wurden 40.015 (39.670) Erstabstriche durchgeführt, 860 (939) davon sind offen.

Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) war in Krefeld am Freitag von 8 bis 20 Uhr und Samstag von 10 bis 20 Uhr im Dienst. Es wurden neun Bußgeldverfahren wegen Verstößen gegen die Coronaschutzverordnung eingeleitet. An der Haltestelle Rheinstraße hielten sich am Freitag zwei Personen ohne Mund-Nasen-Bedeckung auf. Gegen diese werden Bußgeldverfahren in Höhe von je 150 Euro eingeleitet. Bei Kontrollen in hochfrequentierten Fußgängerbereichen wurde lediglich ein Verstoß gegen die Maskenpflicht mit einem Bußgeld von 50 Euro belegt. Ein 20-Jähriger wurde am Ostwall ohne Mund-Nasen-Bedeckung angetroffen und machte dann falsche Angaben zu seiner Person. Mit einem meldebehördlichen Abgleich konnten seine richtigen Personalien ermittelt werden. Ihn erwartet nun neben dem Bußgeld wegen des Maskenverstoßes ein weiteres Bußgeld wegen der Angabe falscher Personalien (100 Euro).

Ebenfalls in der Innenstadt wurde ein 42-jähriger Mann angetroffen, der dort Bier trank. Der öffentliche Alkoholkonsum hat für ihn ein Bußgeld von 100 Euro zur Folge. Im Stadtpark Fischeln wurde am Freitag eine Gruppe von vier Personen angetroffen, die dort gemeinsam feierte. Wegen Verstoßes gegen die Kontaktbeschränkung (aktuell maximal zwei Haushalte) wird gegen alle ein Bußgeld von je 250 Euro eingeleitet.

Krefelds Landtagsabgeordnete Britta Oellers weist noch einmal darauf hin, dass geplant ist, ab der dritten Januarwoche alle Menschen, die über 80 Jahre sind und zu Hause leben, per Brief vom Gesundheitsministerium über den Start der Terminvereinbarung, die per Telefon oder Online-Buchung möglich sein wird, und den weiteren Ablauf der Impfungen zu informieren. „Der Briefversand an diesen Personenkreis erfolgt durch die Stadt Krefeld“, betont die Christdemokratin. Erst nach Brieferhalt sei somit eine Terminvereinbarung für eine Impfung im örtlichen Impfzentrum möglich, vorher nicht.

Der Start der Impfungen im Impfzentrum auf dem Sprödentalplatz für über 80-jährige Krefelder ist aktuell für Februar geplant. Oellers: „Ich weise vorsorglich schon einmal daraufhin, dass sich die Terminvereinbarungen bis April hinziehen können. Die Menschen werden in dieser Zeit zweimal geimpft.“ Die Gesundheitspolitikerin betont, dass außerdem absehbar sei, dass weitere Impfstoffe zugelassen werden, die unter anderem auch in den eigenen vier Wänden eingesetzt werden können. „Bei meiner Arbeit stelle ich immer wieder fest, dass es ein großes Informationsdefizit zum Thema Impfen gibt. Gerne trage ich dazu bei, die Menschen zu informieren. Ich empfehle der Stadt, auf ihrer eigenen Homepage eine Verlinkung zum Thema ,Impfen’ zum Internetauftritt des NRW-Gesundheitsministeriums vorzunehmen. Dort ist alles sehr gut beschrieben. Es wäre hilfreich, wenn die Stadt auf ihrer Internetseite über das Thema ,Impfen’ umfassender informieren würde. Es ist eine wichtige und große Aufgabe und Herausforderung, die wir nun stemmen müssen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir gemeinsam den Kampf gegen Corona gewinnen“, ergänzt die CDU-Ratsfrau.