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Korschenbroich: Pfarrer Schagen betreut ältere Priester aus Krefeld

Ehemaliger Pfarrvikar unterstützt Amtsbrüder in Krefeld : Seelsorger für alte und kranke Priester

Hermann-Josef Schagen wurde vom Bischof von Aachen zum Beauftragten ernannt, um Amtsbrüder in Krefeld und Meerbusch zu unterstützen.

Krank und alt – das kann große Einsamkeit bedeuten. Katholische Priester sind da keine Ausnahme. Daher gibt es im Bistum Aachen sogar einen diözesanen Koordinator der Seelsorge an älteren und kranken Priestern und Diakonen. Dieser hat wiederum Beauftragte in verschiedenen Regionen. Einer von ihnen ist seit November vergangenen Jahres Pfarrvikar Hermann-Josef Schagen aus Korschenbroich. Er betreut ältere und kranke Priester sowie Diakone in Krefeld und Meerbusch.

Schagen ist selbst Pfarrer im Ruhestand seit Ende Oktober 2019. Krankheitsbedingt war er vorzeitig – bereits mit 63 Jahren – in Pension gegangen. 2004 hatte er einen Schlaganfall erlitten. Da war er gerade mal 48 Jahre alt. „Ich habe mich zurück ins Leben gekämpft“, erzählt er. Aufgrund dieser persönlichen Erfahrungen habe er eine konkrete Vorstellung davon, was Alter und Krankheit für katholische Priester bedeuten können, so Schagen. Starke Vereinsamung bis hin zur Verwahrlosung können drohen. „Ich bin ja selbst Betroffener und kann mich gut in deren Befinden hineinversetzen.“ Weiter erzählt er: „Ich persönlich möchte nicht einsam sein. Deshalb bin ich froh, gut hier vernetzt zu sein.“

Grundsätzlich gehe es ihm gut, nur sein Bein wolle nicht ganz so wie er, erzählt der gebürtige Gladbacher mit rheinischem Humor. Seinen Ruhestand hatte er sich daher auch ganz anders vorgestellt: Reisen, Musicalbesuche und Brauchtumsveranstaltungen wären so ganz nach seinem Geschmack gewesen. Doch Corona hat seine Planungen zunichte gemacht. „Von 100 auf Null runterzufahren, ist aber nix für mich“, sagt Schagen, der von 2012 bis November 2019 in der Gemeinschaft der Gemeinden Korschenbroich als Pfarrvikar tätig war.

Umso erfreuter war er, als er vom Bistum Aachen gefragt wurde, ob er als Beauftragter für ältere und kranke Priester sowie Diakone tätig sein und die Region Krefeld und Meerbusch übernehmen wolle. „Es zählt zur Fürsorgepflicht des Bischofs, die älteren und kranken Priester zu unterstützen. Dabei helfen dem Bischof acht Beauftragte.“

Seit wenigen Wochen ist er offiziell einer von ihnen. Über die Hauptabteilung Personal im Generalvikariat erfährt er die Daten der Priesterkollegen. „Sofern diese der Datenübermittlung zugestimmt haben“, sagt Schagen. Mit allen sieben betroffenen Priestern habe er bereits telefoniert. Ein paar von ihnen kennt Schagen noch von früher. „Ich kann ja leider keinen besuchen.“

Im Rahmen einer Informationsveranstaltung, veranstaltet vom Bistum, wurde Schagen in seine neue Aufgabe eingeführt. „Ein Notar und ein Bestatter berichteten uns, welche Vorsorgemaßnahmen ältere Priester treffen sollten.“ Unterschiedlichste Themen wie Absprachen mit Vertrauten für Notfälle, Vorsorge- und Bankvollmacht, christliche Patientenverfügung, Testament bis hin zur Planung der eigenen Beerdigung wurden angesprochen.

„Es gab so manches Aha-Erlebnis für mich“, gibt Schagen zu. Vieles habe er auch für sich danach in die Wege geleitet. Entsprechende Checklisten und Infopapiere werden im Rahmen der sogenannten Regel-Gespräche mit älteren und kranken Priestern besprochen. Die Beauftragten wiederum geben Rückmeldung an das Bistum. Schagen hofft, im März oder April die betroffenen Priester besuchen zu können, sofern die Pandemie es zulässt.