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Kommunalbetrieb Krefeld tauscht intakte Senke aus

Kanalisation in Krefeld : Kommunalbetrieb tauscht intakte Senke aus

Die Krefelder verbrauchen immer weniger Trinkwasser. Das Wetter am Niederrhein wird darüber hinaus immer trockener. Es fehlt an Niederschlägen, die zum Beispiel die Kanalisation spülen. Das führt zu stinkenden Senken und Gullys.

Exakt 1578,75 Euro ohne Mehrwertsteuer hat der Austausch einer funktionsfähigen Senke an der Inrather Straße gekostet. Anwohner hatten sich laut Kommunalbetrieb Krefeld (KBK) über die von der Kanalisation ausgehende Geruchsbelästigung beschwert. Vor allem im Sommer soll es erbärmlich gestunken haben. Im Stadtgebiet gibt es Tausende von Senken, ein Austausch mit dieser Begründung würde Millionen Euro kosten, kritisiert ein Krefelder, der ungenannt bleiben möchte, weil er beim KBK sein Geld verdient. An der Inrather Straße sei eine intakte Asphaltdecke aufgerissen worden, um eine voll funktionsfähige Trockensenke gegen eine neue Nasssenke auszutauschen. Da gebe es andere Anlässe, um Ressourcen des KBK einzusetzen, meinte der Krefelder.

„Der Wasserabfluss durch die Senke war noch gewährleistet, jedoch war die Geruchsbelästigung außergewöhnlich stark. Die Asphaltdecke hatte einen guten Zustand, an dem sich durch den Tausch nichts geändert hat, und dem Kommunalbetrieb ist keine weitere Senke im Stadtgebiet bekannt, die aus den vorgenannten Gründen ausgetauscht beziehungsweise umgebaut werden muss“, erklärte KBK-Sprecherin Monika Blum.

Aufgrund anhaltender Meldungen über Geruchsbelästigungen von Anwohnern der Inrather Straße seien die dort vorhandenen Senken – soweit erforderlich bei vorhandenen Trockensenken ohne Topf – mit Geruchs-Verschlüssen ausgestattet und insofern zu Nasssenken umgebaut worden, erklärte sie.

Der Krefelder Insider will erfahren haben, dass ein in der Kommunalpolitik aktiver Anwohner sich maßgeblich über den Gestank, der aus der Kanalisation emporstieg, beschwert habe. Es habe über einen sehr langen Zeitraum regelmäßig Beschwerden von verschiedenen Personen über eine Geruchsbelästigung gegeben. Diese Geruchsbelästigung sei durch den KBK überprüft worden. „Vom Wunsch einer einzelnen Person ist dem Kommunalbetrieb nichts bekannt“, sagte Monika Blum.

Der Umbau beziehungsweise  Austausch sei aus betrieblichen Gründen erfolgt. Es gebe Richtlinien, nach denen Senken ausgetauscht werden müssen. Ein unverzüglicher Austausch müsse erfolgen, wenn die Senke einen baulichen Mangel aufweise und eine Gefahrenstelle darstelle. Desweiteren müssten Senken ausgetauscht werden, wenn sie ihrer Aufgabe nicht mehr nachkommen, also den zügigen Ablauf des Regenwassers nicht mehr bewerkstelligen könnten oder aber das Wohnumfeld über das erträgliche Maß belasteten, informierte der Kommunalbetrieb auf Anfrage unserer Redaktion.

Mängel wies die ausgetauschte Senke nicht auf. Das bestätigte Monika Blum: „Die ausgetauschte Senke wies baulich keine großen Mängel auf, verfügte jedoch über keinen Geruchs-Verschluss. Durch den Austausch dieser Senke konnte aber die seit Jahren vorhandene Geruchsbelästigung komplett beseitigt werden“, begründete die Anstalt öffentlich Rechts den Einsatz.

Das Thema Geruchsbelästigung ist Ausfluss einer Entwicklung in Sachen Ressourcenverbrauch. Die Krefelder sparen seit Jahren kostbares Trinkwasser. Das war in der Summe so viel, dass die Stadtwerke Krefeld seinerzeit ihr Preismodell überarbeitet und den Preis zum Teil verbrauchsunabhängig gestaltet haben. Weil weniger Trinkwasser als Abwasser in der Kanalisation landet, werden die Rohre  deutlich weniger gespült. Das und sommerliche Temperaturen führen zu Gestank.

Der Kommunalbetrieb ersetzte die alte Senke gegen eine Senke mit Geruchsverschluss. Foto: Norbert Stirken/KA

Laut den Stadtwerken laufen täglich 38 Millionen Liter Wasser durchs Leitungsnetz. In Krefeld verbraucht jeder Mensch im Schnitt 123 Liter pro Tag, das Gros wird für die Körperpflege eingesetzt. Die wichtigsten Zahlen: 44 Liter fürs Duschen und Baden, 33 Liter für den Toilettengang, 15 Liter fürs Wäschewaschen, je sieben Liter fürs Geschirrspülen und Gartenbewässerung sowie fünf Liter für Kochen und Trinken.