Krefeld: Kathstede für Abriss des Seidenweberhauses

Krefeld : Kathstede für Abriss des Seidenweberhauses

Oberbürgermeister Gregor Kathstede (CDU) will die Innenstadt gleich durch mehrere spektakuläre Neubauten aufwerten. Bei der Münchner Immobilienmesse Expo Real sprach sich Kathstede gestern Nachmittag dafür aus, das Seidenweberhaus abzureißen und dort ein neues Veranstaltungszentrum, eventuell mit einem Hotelkomplex, bauen zu wollen. Er führe bereits konkrete Verhandlungen mit einem Investor aus Deutschland, erklärte der Oberbürgermeister. Außerdem will Kathstede den Verwaltungssitz im maroden Stadthaus aufgeben und die mehr als 600 Verwaltungsmitarbeiter in einen Neubau in die Innenstadt holen – gleich neben das neu zu bauende Seidenweberhaus auf dem Gelände von Sparkassen- und Volksbank-Bau nördlich der St.-Anton-Straße.

"Schnelle Entscheidung nötig"

"Wir brauchen in Krefeld schnelle Entscheidungen", erklärte Kathstede. Jedes Jahr werde der Zuschuss fürs Seidenweberhaus höher. Besonders problematisch an dem Bau aus den 70er Jahren: Er erfüllt die geltenden Brandschutzbestimmungen nicht; deshalb können Veranstaltungen nicht im voll besetzten Haus stattfinden. "Wir haben die Mediothek neu gebaut, das Theater saniert. Jetzt ist das Seidenweberhaus dran. Dann wird der Theaterplatz zum Kulturplatz." Kathstede ist sich sicher, dass sich ein Investor finden wird. "Er wird natürlich einen Zuschuss für Veranstaltungen erwarten."

Anders als noch zu Beginn des Jahres hat der Oberbürgermeister für seinen Stadthausplan die Mehrheit im Stadtrat sicher. Sowohl der CDU-Fraktionsvorsitzende Wilfrid Fabel als auch der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Ulrich Hahnen, hatten sich vor einigen Wochen für diese Lösung ausgesprochen. Der aus den 50er Jahren stammende, unter Denkmalschutz stehende Bau des Architekten Egon Eiermann müsste für mehr als zwölf Millionen Euro saniert werden. Zurzeit klärt ein Gutachterbüro, wie hoch die Sanierungskosten sein werden. Kathstede geht davon aus, dass sie sich eher auf etwa 20 Millionen Euro belaufen werden. Er habe kürzlich Gespräche mit dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse geführt. "Die Sparkasse würde in einem Neubau das Erdgeschoss als Schalterhalle nutzen." Die Volksbank könnte nach Verkauf ihres Grundstücks mit dem seit Jahren stockenden Neubau ihrer Zentrale anstelle des Papst-Johannes-Hauses beginnen.

Kathstede machte aber auch klar: "Wir werden so schnell keinen Investor finden, der das Stadthaus sanieren wird." Die letzte Lösung sei natürlich, das denkmalgeschützte Stadthaus weiter verfallen zu lassen. Aber denkbar sei auch sie.

(RP)
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