Korschenbroich: Platz nach Pfarrer Alois Müller benannt

Korschenbroich: Platz nach Pfarrer Alois Müller benannt

Das Areal hinter dem Chor von St. Andreas trägt nun den Namen des Geistlichen. Die Schützen hatten sich für die Benennung stark gemacht.

Eine alte Korschenbroicher Lebensweisheit besagt: "Die besten Ideen entstehen Pfingsten an der Theke." So war es auch im Fall der Benennung des Platzes hinter dem Chor der Pfarrkirche St. Andreas, den Bürgermeister Marc Venten nun offiziell auf den Namen "Pfarrer-Müller-Platz" taufte. Am 21. Mai 2017, kurz vor Unges Pengste, war der beliebte Pfarrer im Alter von 84 Jahren gestorben. Kurz darauf machten sich Mitglieder der Schützenbruderschaften dafür stark, dem namenlosen Platz an der Einmündung der Adolph-Kolping-Straße in die Sebastianusstraße entsprechend zu benennen - mit Erfolg. Bürgermeister Venten enthüllte nun das prächtige Schild "Pfarrer-Müller-Platz", auf dem auch das Wappen der Stadt Korschenbroich thront.

Im Oktober hatte der Kulturausschuss grünes Licht für die Benennung des Platzes gegeben. Das Hinweisschild, das optisch an die Schilder angelehnt ist, die in Berlin etwa am Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor und am Gendarmenmarkt angebracht sind, erinnert nun an Alois Müller, der von 1974 bis 2005 als Pfarrer in Korschenbroich aktiv war. Er galt als "Baumeister der Pfarrgemeinde": Müller war es, der das schlichte Kirchenschiff, das nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg mit einfachsten Mitteln wieder aufgebaut worden war, wieder in ein Schmuckstück verwandelte. Er setzte bei der Fenster-, Decken und Wandgestaltung besondere künstlerische Akzente. "Alois Müller hat der Kirche viel von dem Glanz zurückgegeben, den sie vor ihrer Zerstörung vor 75 Jahren hatte", sagt Marc Venten.

  • Moers : Schüler geben Namenlosen ein Gesicht

Darüber hinaus ging von Müller die Initiative zum Bau eines Pfarrheims aus. "Kaum ein anderer Pfarrer der Nachkriegszeit hat so sichtbare Spuren seines Wirkens hinterlassen wie Alois Müller", würdigt Bezirksbundesmeister Horst Thoren den ehemaligen Pfarrer in einem Schreiben an den Bürgermeister, der sich des Themas "Benennung des Platzes" annahm. Neben Thoren, der persönlich zur Finanzierung des Platz-Schildes beitrug, setzten sich unter anderen auch Sebastianer-Präsident Peter Schlösser, Hermann-Josef Kronen, Friedhelm Pauen und Thomas Siegers für die Benennung des Areals hinter dem Chor ein. Der Bezirksbundesmeister macht deutlich: "Es wäre falsch, Müller allein auf seine Bautätigkeit zu reduzieren." Müller, der mit deutlichen Worten auch aneckte, hatte sich in Diskussionen eingebracht und das vereinsgeprägte Miteinander auch in schwierigen Zeiten für neue gemeinschaftsbildende Initiativen genutzt. "Er wollte die Glaubenskraft, die er in sich spürte, weitergeben." Alois Müller gab deshalb auch Religionsunterricht und war als Stadtjugendseelsorger in Mönchengladbach aktiv.

Aus Ventens Sicht gibt es keinen besseren Ort als den Platz "im Schatten des Chores", um an Alois Müller zu erinnern. "Wir hatten auch geprüft, ob wir eine Straße im Neubaugebiet Niersaue nach ihm benennen könnten. Allerdings sind dort schon alle Straßennamen vergeben", erzählt der Verwaltungschef, der neben Thoren auch die Sparkasse Neuss sowie die Stadt als Geldgeber für die Finanzierung des auffälligen Schildes nennt. "Das Schild war nicht ganz preiswert", sagt Venten. Bei der Enthüllung nannte er in dem Zusammenhang eine zweite Korschenbroicher Lebensweisheit: "Wat nix koss, dat is och nix."

(cka)