Korschenbroich: Heimatpreis ehrt das Ehrenamt

Auszeichnung in Korschenbroich : Heimatpreis ehrt das Ehrenamt

Die Stadt hat das Büchereisystem Korschenbroich, den Kirchenbauverein Kleinenbroich und Glehner Buretheater mit dem neuen Heimatpreis ausgezeichnet. 46 Vereine und Institutionen hatten sich beworben, beim Heimatfest feierten alle.

Erstmalig hat die Stadt Korschenbroich den Heimatpreis vergeben. 5000 Euro vom Land NRW lagen bereit, die in drei Preisgelder zu 3000 Euro, 1500 Euro und 500 Euro aufgeteilt wurden. 46 Vereine und Institutionen hatten sich um den Heimatpreis beworben. „Exorbitant viel“, schwärmte Bürgermeister Marc Venten. Auf dem Sandbauernhof Liedberg wurden am Freitagabend im Rahmen eines Heimatfestes, zu dem die Vertreter der Vereine und Institutionen eingeladen waren, drei der 46 Gruppierungen mit dem Preis gewürdigt.

Venten machte die Preisvergabe spannend. Er berichtete von der schwierigen Aufgabe, der sich der Ältestenrat, der die Vorsortierung übernahm, und der Rat, der die einstimmige Entscheidung traf, gegenübergestellt sahen. Jede Bewerbung, betonte Venten, sei auszeichnungswürdig gewesen. Mit dem 1. Platz, dem Preisgeld von 3000 Euro und den Worten „Lesen bildet“ wurde das „Büchereisystem Korschenbroich“ ausgezeichnet. Rita Höges, Ulla Lindner, Michaela Scheufeld, Cilli Schippers und Irmgard Schönknecht nahmen mit großer Freude den Preis entgegen. Seit fast 30 Jahren besteht der Verband von fünf katholischen und einer evangelischen Bücherei in Liedberg, Glehn, Pesch, Korschenbroich und Kleinenbroich. Mit einer Anmeldung und einer kleinen Jahresgebühr stehen den Lesern 33.000 Medien zur Verfügung. Die ehrenamtlichen Bücher-Frauen, die regelmäßig geschult werden, bemühen sich um ein aktuelles Lese-Angebot, laden Kitas, Schulen und Erwachsene an diesen „Ort der Begegnung“ ein, wie ihn Rita Höges nannte. Sechs Stunden pro Woche sind die Büchereien geöffnet Gestemmt wird die Arbeit von 120 Ehrenamtlern.

„Zur Heimat gehören Gebäude, die man im Kopf hat, wenn man an Zuhause denkt“, beglückwünschte Venten den Kirchenbauverein Kleinenbroich zum 2. Platz, der sich um den Erhalt der Kirche St. Dionysius verdient gemacht hat. „Wer weiß, was mit dieser Kirche geschehen sei, hätte es diesen Verein nicht gegeben?“, fragte Venten.

Mit den Worten „Heimat hat viel mit Sprache zu tun“ näherte sich Venten der Gruppe, die auf dem 3. Platz gelandet war. „Platt ist unmissverständlich und ehrlich.“ Da gebe es seit 31 Jahren eine Laienspielgruppe, die ausschließlich auf Platt spiele, deren Aufführungen regelmäßig ausverkauft seien und die auf besondere Weise eine Brücke schlüge zwischen Alt und Jung, zwischen Gestern und Heute schlage: das „Glehner Buretheater“. Mit herzlichem Dank nahmen die Vertreter des Theaters die Auszeichnung an: „Da bilden wir uns ganz viel drauf ein“, stellten sie lachend fest.

Eins hat der Rat der Stadt Korschenbroich aus der ersten Auflage des Preises gelernt: Ab 2020 wird es Themenschwerpunkte für die Bewerbung zum Erhalt des Heimatpreises geben. Dann wird es entweder die Kunst, die Heimatpflege, der Sport, die Umwelt oder ein anderer Schwerpunkt sein. Und noch etwas hat der Rat gelernt, „wie unterschiedlich die Vereine unterwegs sind, wie intensiv sie über den Tellerrand gucken“, beschreibt Marc Venten. Heimat, so Venten, sei auch verbunden mit den Menschen vor Ort. Denen wolle die Stadt mit dem Heimatabend im festlichen Rahmen Danke sagen. Die Menschen sorgten dafür, dass „unsere Stadt jeden Tag so liebenswert bleibt.“

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