Vereinsleben: Rheurdt schreibt erstmals einen Heimat-Preis aus.

Vereinsleben : Rheurdt schreibt einen Heimat-Preis aus

Das Öko-Dorf Rheurdt vergibt erstmals einen Heimatpreis. Ausgezeichnet werden soll ein Verein oder eine Gruppe. Entscheiden wird der Rat.

Die Gemeinde lobt auf Anregung des Rates einen Heimatpreis für 2019 aus. Bis zum 15. September 2019 können die Bürger Rheurdts Vorschläge einreichen. Auf den Schild gehoben werden sollen Vereine oder sonstige Institutionen, „deren Wirken als gemeinderelevant eingestuft werden kann“. So heißt es im Ausschreibungstext. „Gemeinderelevant“ seien Gruppen, die sich tatsächlich in Rheurdt engagieren. Auf die Frage, was denn „sonstige Institutionen“ sind, antwortete Bürgermeister Klaus Kleinenkuhnen in den Ausschüssen des Gemeinderats stets so: „Da fällt mir das Deutsche Rote Kreuz ein. Das ist kein hiesiger Verein, aber in und für Rheurdt sehr engagiert.“ Der Heimatpreis ist mit 5000 Euro verbunden.

Die Kommune greift mit der Aktion eine Vorlage des nordrhein-westfälischen Heimatministeriums auf. Unter dem Titel. „Wir fördern, was Menschen verbindet“ hat die Landesregierung im August 2018 ein Förderprogramm aufgelegt. Bis zum Jahre 2022 stellt Schwarz-Gelb aus Düsseldorf eine Summe von 150 Millionen Euro für den Heimatpreis bereit. Auch hier ist die Begründung eher ministerial gedrechselt als lebendig: „Ziel ist, Menschen für lokale und regionale Besonderheiten zu begeistern und die positiv gelebte Vielfalt in Nordrhein-Westfalen sichtbar werden zu lassen.“

Weil das Land das Preisgeld zahlt, musste Rheurdt mit der offiziellen Ausschreibung warten, bis der Zuwendungsbescheid eintraf. Der kam jetzt als Sommerferien-Überraschung. Also wendet sich das Rathaus nun an alle Bürger (und die Ratsmitglieder) und bittet um Vorschläge. Die Entscheidung über die Preisvergabe wird der Gemeinderat treffen. Bereits vorab haben die Politiker sich Kriterien überlegt, die über „Daumen rauf“ oder „Daumen runter“ entscheiden werden.

Der Rat wird prüfen, ob die für den Heimatpreis vorgeschlagenen Vereine oder Gruppen sich um die „Erhaltung von Kultur und Traditionen“ kümmern, um die „Pflege und Förderung des Brauchtums“, die „Erhaltung und Stärkung des lokalen und regionalen Erbes“, die „Bewahrung und Stärkung der lokalen und regionalen Identität“, die „Bewahrung und Stärkung der Verwurzelung von Menschen in den Ortsteilen der Gemeinde“, die „Bewahrung und Stärkung der Gemeinschaft und des Zusammenhaltes in den Ortsteilen der Gemeinde“, die „Bewahrung und Stärkung der lokalen ökologischen Gegebenheiten, des Klimaschutzes, des Umweltschutzes und der Artenvielfalt“ und die „Zukunftsorientierte Entwicklung der Gemeinde Rheurdt und des ländlichen Raums“.

Zum Trost: Wer vorgeschlagen ist, muss nur eins dieser Kriterien erfüllen. Und es sollten dort überwiegend Ehrenamtliche tätig sein. Für Vorschläge hat die Gemeinde ein Formblatt entwickelt, das über www.rheurdt.de abgerufen werden kann.

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