Wölfe in NRW: Schäfer fordern Tötung von Wölfin am Niederrhein

Tiere am Niederrhein gerissen : Schafsverband fordert Tötung von Wölfin

Eine Wölfin reißt am Niederrhein immer wieder Schafe und offenbar auch andere Tiere. Die Schäfer fordern deshalb jetzt, dass sie getötet wird. Die Wölfin habe sich antrainiert, über zwei Meter hohe Zäune zu springen.

In Sachen „Wolf“ hatte sich zuletzt auch der Landrat eingeschaltet. Wie berichtet, hatte Wolfgang Spreen auf Bitten der Schäfer an die Ministerin geschrieben und darum gebeten, das Wolfsgebiet auf den ganzen Kreis Kleve auszudehnen. Bislang liegt nur ein kleiner Teil von Rees im Wolfgebiet. Also bekommen auch nur die Schäfer dort Zuschüsse für Schutzmaßnahmen. Die Antwort der Ministerin an den Landrat steht noch aus.

Das Thema treibt vor allem die Schafhalter in der Region weiter um. Vor allem, weil es weitere Meldungen über Risse von Tieren gibt. „Die Weidehalter in den betroffenen Gebieten sind nicht mehr bereit, die dauernden Risse zu akzeptieren“, so Ortrun Humpert vom Schafzuchtverband Nordrhein-Westfalen in einer Presseerklärung. In Hünxe seien wieder zwei Schafe gerissen worden, in Dinslaken zehn Stücke Damwild in einem Gehege mit zwei Meter hohen Zäunen. Die endgültige Klärung der Risse stehe noch aus, die Risse wurden vom Landesamt für Natur Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) aufgenommen, die Proben befinden sich zur Untersuchung im Senckenberg-Institut.

„Leider sorgt die Praxis, Prävention erst nach sechsmonatiger Anwesenheit desselben Wolfes zu fördern, in diesem Gebiet dafür, dass die territoriale Wölfin dort ein halbes Jahr Zeit zum Üben und Trainieren des Überwindens von Zäunen hatte“, so Ortrun Humpert. Die Weidetierhalter seien oft nicht imstande, Prävention über den normalen Grundschutz hinaus aus eigener Tasche zu finanzieren.  Zudem stelle sich den Weidetierhaltern immer häufiger die Frage ob und welche Präventionsmaßnahmen überhaupt geeignet seien, Schutz vor bestimmten Wölfen zu bieten. So sei die territoriale Wölfin im Kreis Wesel nun offensichtlich in ein Gehege in Ortstrandlage eingedrungen, obwohl dieses der Wolfsrichtlinie für den Grundschutz entspreche. Hier sind Zäune  von zwei Meter Höhe vorgeschrieben. Der Zaun sei nicht untergraben worden. Daher scheine es Wölfe zu geben, die nach entsprechendem Training in der Lage sind, auch Zäune zu überwinden, die den Grundanforderungen zum Herdenschutz genügen.

Der Schafzuchtverband fordert daher, dass Wölfe, die mehrfach die Schutzmaßnahmen überwinden und Nutztiere reißen als Problemwölfe eingestuft werden. Konsequenz sei dann die „Entnahme“  dieser Wölfe, also die Tötung. Ein Einfangen wilder Wölfe mache keinen Sinn. „Den Wolf kann man nicht einsperren, der kommt in Gefangenschaft nicht zur Ruhe“, so Andreas Humpert vom Schafzuchtverband.

Zudem müssten Schutzmaßnahmen bereits beim begründeten Verdacht der Ansiedlung gefördert werden. Denn so hätte man eine Situation wie im Moment möglicherweise verhindern können.

Wegen des großen öffentlichen Interesses an dem Thema veranstaltet das Lanuv erneut eine öffentliche Bürgerversammlung. Die findet am Mittwoch, 14. November, in der Aula der Gesamtschule Hünxe ab 19 Uhr statt.

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