Kleve: Steuer: Kritik von Züchtern

Kleve : Steuer: Kritik von Züchtern

Für "pure Geldschneiderei" hält der Vorsitzende der Landesgruppe Rheinland im Allgemeinen Rottweiler Klub die Pläne, eine Sondersteuer für "gefährliche Hunde" einzuführen. Er fordert, dass Halter Sachkunde beweisen müssen.

KLEvE/REES/RHEINBERG Die Hundesteuer in Rees ist bereits angehoben worden. Jetzt gibt es bekanntlich Überlegungen, das Besitzer von so genannten "gefährlichen Hunden" eine Extrasteuer zahlen sollen. Betroffen wären auch Halter von Rottweilern. Sie müssten künftig 400 Euro statt wie bisher 60 Euro im Jahr zahlen, so die Überlegungen die Verwaltung. Das sorgte bereits für Kritik.

"Für uns wird es schwerer"

Mit Unverständnis reagiert auch Paul Dieter Viehoff auf die Pläne. Der Duisburger ist Vorsitzender der Landesgruppe Rheinland im Allgemeinen Rottweiler Klub, der anerkannter Zuchtverband im Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) ist. Früher habe der Rottweiler als ideal für den Sicherheits- und Wachdienst gegolten, berichtet er. "Ruhe und Ausgeglichenheit stehen heute bei der Ausbildung des Tieres oben an", meint der erfahrene Zuchtrichter Viehoff.

Probleme könne jeder Hund mit sich bringen. "Vom Dackel bis zum Schäferhund", sagt Viehoff auf RP-Nachfrage während der großen Rheinland-Siegerschau am Wochenende in den Rheinberger Messehallen, bei der sich Hunde aller Rassen tummelten. "Der Rottweiler macht nicht die Probleme, sondern die werden vom oberen Ende der Leine verursacht", meint Viehoff mit Blick auf manchen Hundehalter.

Die erhöhte Hundesteuer für so genannte Listenhunde, zu den denen eben auch der Rottweiler gehört, verfehlt seine Wirkung offenbar nicht. Gab es vor Jahren im Verband noch 1000 Mitglieder mit Rottweilern, sind es heute noch gut 600. "Es wird weniger, das ist so gewollt", sagt Viehoff. "Restriktionen und Steuererhöhungen machen sich bemerkbar. Für die Rasse der Rottweiler wird es schwer."

Ihn ärgern die Verallgemeinerungen. Negative Vorfälle mit Rottweilern seien Einzelfälle. Vielmehr werde ein ordnungspolitischer Gedanke rigoros umgesetzt. "Weil die Kommunen Geld brauchen, kommt der Hundehalter mit Rottweiler gerade recht. Das ist pure Geldschneiderei. Ein Hebel, mit dem verschiedene Hunderassen von der Bildfläche verschwinden werden." Für ihn sei längst nicht bewiesen, dass Rottweiler potenziell gefährlicher oder aggressiver sind als andere Hunde.

Sachkundenachweis

Er hält Änderungen auf ganz anderer Ebene für nötig. "Jeder kann heute einen Hund kaufen. Wie wäre es mit einem Sachkunde-Nachweis vorab?", fragt Viehoff.

Internet Weitere Berichte unter www.rp-online.de/kleve.

(RP)
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