Kleve: Hauptschule: Zu wenig Kinder

Kleve : Hauptschule: Zu wenig Kinder

Garbe Consult berät in der Debatte um die Schullandschaft der Kommunen Bedburg-Hau, Kleve und Kranenburg: Hauptschule, Gemeinschaftschule oder eine weitere Gesamtschule stehen ergebnisoffen zur Diskussion

kleve/Kranenburg/Bedburg-Hau Bedburg-Haus Bürgermeister Peter Driessen formulierte gestern die Grundbedingung für die Diskussion um eine gemeindeüberschreitende Schulform für Kranenburg, Kleve und seine Kommune: Man muss eine Schulform finden, die die Beste für die Kinder ist. "Es ist spannend, diesen Prozess zu erleben. Und wenn am Ende des Prozesses eine Gesamtschule steht — dann ist das auch in Ordnung", sagt Driessen.

Zugleich betonte er aber ausdrücklich, dass das Gremium für die Gemeindegrenzen überschreitende Schulentwicklungsplanung ergebnisoffen diskutiere: Am Ende der Diskussion kann eine Gemeinschaftsschule mit oder ohne Sekundarstufe II stehen, die zum Abitur führt, es kann eine Gesamtschule sein, es kann aber auch weiterhin das Angebot der Hauptschule bestehen bleiben. Weil man das Beste erreichen möchte, haben die drei Kommunen als Berater und Schulentwicklungsplaner Dr. Detlev Garbe von der gleichnamigen Consult in Leichlingen beauftragt, den Prozess zu begleiten und zu einem Ergebnis zu führen.

Bis Mitte Juni

Bis jetzt muss dieses Ergebnis noch zum von der Bezirksregierung vorgegebenen Termin Juni 2011 vorliegen, doch zeigten sich die gestern zur Pressekonferenz versammelten Bürgermeister optimistisch, dass man bei Bedarf auch eine Verlängerung bekomme. "Wir wollen hier in diesem beispielhaften Verfahren ein gutes Ergebnis, wir wollen präzise arbeiten und alle einbinden, damit wir den Kindern eine differenzierte Schullandschaft bieten können", bereitete Kleves Bürgermeister Theo Brauer auf eine aus seiner Sicht mögliche Verlängerung der Projektphase vor.

  • Kleve : Gemeinschaftsschule ist möglich
  • Kleve : Kleve: Keine Gesamtschule in 2011
  • Übersicht : Die Weihnachtsmärkte in Kleve, Bedburg-Hau und Kranenburg 2018

Es gelte jetzt, alle Alternativen zu prüfen und auch zu sehen, welche Effekte eine neuen Schule auf die verbleibenden Schulen hat, sagte Garbe. Bei einer Gesamtschule müsse man auch an eine heterogene Schülerschaft denken — es müssen dort also auch genügend Kinder mit einer gymnasialen Empfehlung angemeldet werden, sagt der Fachmann. Garbe will aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre eine Prognose über eine mögliche Schulform erstellen. Um ein vernünftiges Schulprofil für die drei Kommunen zu bekommen, müsse man die gesamte Bildungslandschaft betrachten. Dazu gehöre auch der vorschulische Bereich, der enorm wichtig sei. "Man darf nicht allein über die formale Planung reden. Richtige Förderung im vorschulischen Bereich kann bereits zur Lösung führen", sagt er. Auch gelte es zu bedenken, ob die neue, einzurichtende Schulform tatsächlich eine Sekundarstufe II haben muss. "Es gilt zu prüfen, ob das Angebot für die Sekundarstufe II durch die Gymnasien und das Berufskolleg nicht ausreicht", sagt Garbe. Denn: Die Errichtung einer neuen Schule tangiert auch immer die alten Schulen — und das fließe auch bei der Genehmigung ein.

Kranenburgs Bürgermeister Günter Steins machte allerdings kleinen Hehl daraus, dass er nicht nur die Kranenburger Hauptschule halten möchte. Auch wenn, wie Driessen gestern klar machte, die Abstimmung der Eltern mit den Füßen eher gegen die Hauptschule spreche. Auch wenn er selbst ein Kind dieser Schule sei . . .

(RP)
Mehr von RP ONLINE