Kleve: Hochstapler in der Wunderkammer

Kleve : Hochstapler in der Wunderkammer

Das Museum Kurhaus Kleve stellte gestern das neue pädagogische Programm bis zum Sommer vor. Insgesamt 18 Kurse mit verschiedenen Schwerpunkten sollen Kinder und Jugendliche für Kunst begeistern. Für Erwachsene gibt es vier sogenannte Samstags-Ateliers.

Eine Anekdote musste Margret Kohtes unbedingt noch loswerden. "Kannst Du mir auch ein Blatt geben, Opa lässt mich nicht mit malen", beschwerte sich ein Junge bei der Museumspädogogin. Mit seinem Großvater hatte der Kleine Kohtes' generationsübergreifenden Workshop besucht: "Es ist faszinierend zu sehen, wie Erwachsene sich auf sowas einlassen."

Die Erfolgsgeschichte geht weiter: "Komm mit: Wir malen!", der Kurs für Enkel und Großeltern, wird auch in diesem Jahr im Museum Kurhaus angeboten. Insgesamt 18 Workshops für Kinder und Jugendliche stehen in den ersten sechs Monaten des Jahres auf dem Programm. Dazu die nicht minder beliebten Kurse für Erwachsene, von März bis Juni jeweils am zweiten Samstag im Monat. Passend der neue Name: Samstags-Ateliers. Damit wolle man dem Anspruch des Museums gerecht werden, sagt Valentina Vlasic. "Ich denke, das Programm ist bunt und vielfältig, für jeden ist was dabei." Angekündigt werden die Termine erstmals auf einem neu gestalteten farbigen Faltblatt, das am Empfang des Museums erhältlich und ab heute auch im Menü "Museumspädagogik" im Internet (www.museumkurhaus.de) abrufbar ist.

Im Mittelpunkt der meisten Kurse steht das Werk von Carl Andre, die Ausstellung startet nach dem Umbau am 17. April. "Andre gilt als minimalistischer Bildhauer. Dazu Angebote zu machen, ist nicht einfach", erklärt Vlasic. Dass es trotzdem geht, werden die Museumspädagoginnen Margret Kohtes, Monika Buchen, Klara Heimbach und Inka Sulten unter Beweis stellen.

Kothes will unter anderem "Mit Papa in der WunderKammer" Legosteine und Kronkorken als Stempel benutzen. Der Kurs richtet sich speziell an Väter mit Kindern. "Ordentlich hochstapeln!" heißt ein Angebot von Klara Heimbach. Mit Hammer und Nagel sollen die Teilnehmer Holzelemente auftürmen. Monika Buchen mag es bunt und lustig. Zum einen will sie eine 1,5 Meter lange Fichtenholzlatte mit Papier bekleben und Tau umwickeln. In einem anderen Kurs dürfen Kinder nach Vorlage von Ewald Mataré Tiermasken basteln. Die Mataré-Ausstellung ist übrigens auch während des Umbaus zu sehen.

Sprühdosen-Kunst

Ein weiterer Höhepunkt im pädagogischen Programm ist "Streetart meets Carl Andre": Magnus Siebert, Student an der Hochschule Rhein-Waal, lässt die Kursteilnehmer zunächst nach Motiven in der Ausstellung suchen, die anschließend als Schablonen für Graffiti-Kunst dienen.

(RP)
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