Kleve: SPD, Grüne und Ok gegen vierte Realschulklasse

Kleve: SPD, Grüne und Ok gegen vierte Realschulklasse

Die Ausnahme für die erneute Einrichtung einer vierten Klasse an der Karl-Kisters-Realschule wäre möglich gewesen, wenn der Rat der Stadt Kleve sie gestern Abend beschlossen hätte. Dass die Bezirksregierung einen solchen Beschluss nicht hätte beanstanden können, belegte Wolfgang Gebing (CDU) in seiner Rede über die Zügigkeit der Klever Schulen mit einem ganzen Strauß von Paragrafen. Kleves Bürgermeisterin Sonja Northing bestätigte, dass die Beratung durch die Bezirksregierung hier nicht ausreichend gewesen sei. Doch weder Gebing in seiner eindringlichen Rede noch später Daniel Rütter (FDP) - beide betonten, dass man nicht gegen den Elternwillen beschließen solle - konnten die Mehrheit von SPD, Grüne und Offenen Klever überzeugen, noch einmal eine vierte Eingangsklasse in die Realschule zu beschließen.

Nach heftiger Diskussion beantragte die CDU geheime Abstimmung, in der Hoffnung, den einen oder anderen Realschulfreund auf ihre Seite zu ziehen (FDP und CDU haben zusammen 20 Stimmen, SPD, Grüne und OK 24, die Bürgermeisterin eine). 20 Ratsmitglieder stimmten für die Einrichtung der vierten Realschulklasse, 23 stimmten dagegen, eine Stimme enthielt sich und eine war ungültig.

Bei der vorangegangenen Diskussion waren die Fronten schnell geklärt: Gebing appellierte an die Ratsmitglieder, die Realschule nicht durch eine Verweigerung der vierten Klasse zu zwingen, übergroße Klassen einrichten zu müssen, die Eltern nicht zu zwingen, auf private Realschulen auszuweichen. "Sie nutzen den Gesamtschulen damit nicht. Wir haben im Gegenteil die Möglichkeit, mit einer vierten Realschulklasse allen Schulen kleine Klassen zu ermöglichen. Wir sollten den Elternwunsch akzeptieren", sagte Gebing. Petra Tekath (SPD) wollte das nicht gelten lassen. Man habe 2017 eine Dreizügigkeit für diese Schule beschlossen und daran sollte man sich halten - auch um der Schul-Sicherheit willen. Hedwig Meyer-Wilmes (Grüne) betonte, dass nur die Gesamtschulen Inklusionsklassen hätten. "Wir wollen die Gesamtschule fördern", sagte sie. Fabian Merges (OK) verwies auf die neu geordnete Schullandschaft und wollte keine siebte Ausnahmegenehmigung in Folge.

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Das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium wird eine vierte Eingangsklasse bekommen. Das beschloss der Rat hingegen einstimmig.

(mgr)