Kleve: Internet-Ausfall sorgt für lange Schlangen

Kleve: Internet-Ausfall sorgt für lange Schlangen

Seit zehn Tagen bricht immer wieder die für den Betrieb wichtige Internetverbindung im Klever Kino ab. Das sorgt für technische Probleme und Wartezeiten. Auch Clivia ist betroffen. Geschäftsleute fühlen sich nicht ernst genommen.

270.000 Menschen kamen 2017 in die Klever Kinos - eine Erfolgsgeschichte. Erst jüngst haben die Tichelpark-Cinemas ihre Kapazität um drei weitere Säle mit 389 Plätzen ausgebaut - über 1400 Menschen könnten zeitgleich in einem der hochmodern ausgestatteten Säle mit allem Komfort Filme gucken - von Blockbuster bis Arthouse. Um die Besucherströme - unter der Woche bis zu 2000 am Tag - steuern zu können, wurde das Foyer vergrößert und moderne Technik verbaut, die einen reibungslosen Ablauf garantieren soll. Soll, denn seit zehn Tagen versagt die Technik der Deutschen Telekom.

"Wir haben massive Probleme mit der Telekom - wir können unseren Abholautomaten beim Kartenverkauf online und beim Einlass zeitweise nicht nutzen, wir sind zeitweise nicht per Telefon erreichbar, wir haben zeitweise Schlangen vor den Kassen bis draußen vor die Tür", sagt Reinhard Berens.

Das Problem: Das Theater-Management-System für das Klever Kino bezieht seine Daten aus der Cloud und die müssen über die eigentlich garantierte Internet-Leitung heruntergeladen werden. Das Gleiche gilt zum Teil für Filme und Werbetrailer, die vorab auf den Kinoserver heruntergeladen werden, und es gilt auch für die großen Anzeigentafeln hinter der Kasse, die Auskunft über Filme und Plätze geben.

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"Unsere Kunden haben nicht immer Verständnis, wenn wir sagen, dass die Leitung der Telekom nicht funktioniert. Dann würde ich erwarten, dass sich das Unternehmen kümmert und nicht zehn Tage lang die Betriebsabläufe hier im Tichelpark gestört sind. Ohne das hauseigene Backup-System hätte man den Geschäftsbetrieb einstellen müssen", sagt Berens. Der Kino-Geschäftsführer verweist auf die verbaute Technik, die ebenfalls von der Telekom stammt. "Es ist ja nicht so, dass wir hier Fremdgeräte verbaut haben - eben mit dem Hintergrund, dass die Telekom bei Störungen sofort auf ihren Router Zugriff hat und die Störung beheben kann", sagt Berens. Er fühlt sich gerade als Kinobetrieb in der öffentlichen Wahrnehmung von der Telekom nicht ernst genommen. Man habe eine Hotline, die aber auf diverse Call-Center in der Republik aufläuft. "Wir müssen jedes Mal wieder alles von vorne erklären", sagt der Kino-Chef. Die einzige Erklärung, die er bis jetzt bekommen hat: Probleme am Verteilerpunkt.

Berens ist nicht der Einzige, der Probleme hat: "Seit Dienstag, 27. Februar, haben wir immer wieder mit Störungen zu kämpfen", sagt Christian Nitsch, Geschäftsführer der Clivia-Gruppe und "Nachbar" des Kinos. Auch Nitsch fühlt sich mit seinen Problemen allein gelassen, es gebe keinen festen Ansprechpartner, man bekomme hin und wieder den Hinweis, dass die Probleme behoben seien, nur um festzustellen, dass es wieder nicht klappt mit den Leitungen. "Das ist für uns natürlich problematisch: Wir müssen uns mit den Kostenträgern austauschen, wir müssen aber auch auf Patientendaten zugreifen können. Und dafür brauchen wir verlässliche Leitungen. Und ich erwarte von der Telekom, dass sie diese auch zur Verfügung stellt", sagt Nitsch.

Von der Deutschen Telekom, die wir wiederholt mündlich und schriftlich anfragten, gab es gestern bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme zu den Problemen bei den Unternehmen.

(mgr)