Kalkar: Von Putzen bis Poledancing

Kalkar: Von Putzen bis Poledancing

Eine Messe von Frauen für Frauen war die Idee. Davon angesprochen fühlten sich in Kalkar nicht nur Anbieter von Mode und Kosmetik, sondern auch Frauenverbände und die Bundeswehr. Abwechslungsreiches Bühnenprogramm.

Es war ein Wagnis, eine reine "Frauenmesse" zu veranstalten, aber das Angebot der "Frauensache" stieß ganz offenkundig auf Interesse. Beide Veranstaltungstage der Verbrauchermesse in Kalkar waren sehr gut besucht, und die Händler und Aussteller, mit denen die Rheinische Post sprach, zeigten sich ausgesprochen zufrieden. Dabei war es eine kunterbunte Zusammenstellung an Themen, die da "typisch Frau" sein sollten: Kleidung natürlich, Kosmetik, Schmuck, auch Fitness und gesundes Leben, ebenso allerdings Bodypainting, Poledance, kreative Basteleien oder Hauswirtschaft. Tipps zur beruflichen Orientierung oder die Präsentation von Verbänden ergänzten das Angebot.

Mit ihren roten Polo-Shirts stachen diese Damen unbedingt ins Auge: Maria Haaken aus Uedem, Sabine Armbruster aus Kleve, Monika Horn aus Obermörmter, Beate Hemmers aus Alpen und Gabi Mager aus Isselburg vertraten auf der Messe die katholische Frauengemeinschaft kfd - sowohl die Themen ihres Bundesverbands, als auch lokale Aspekte diskutierten sie gerne mit interessierten Geschlechtsgenossinnen. Dass die Frauen trotz ihrer Nähe zur Kirche kein Bibelkreis sind, ist offensichtlich: Sie beziehen Stellung, indem sie zum Beispiel den "Equal-Pay-Tag" unterstützen, der sich für gleiche Bezahlung von Frauen und Männern einsetzt. Auch zeigten sie in Kalkar Beispiel ihres Projekts "Upcycling", bei dem aus alten Stoffen nützliche neue Sachen wie Taschen, Schürzen oder Körbe werden. "Uns gefiel die Idee einer Messe von Frauen für Frauen", sagt Monika Horn. Und gesteht schmunzelnd ein, dass sie jedoch doch ganz froh sei, nicht in direkter Nachbarschaft mit dem Erotik-Spielzeug untergebracht worden zu sein. Aber die "katholischen" Frauen sind nachsichtig und humorvoll. Mit Blick auf die Tänzerinnen, die sich da wie in einem Nachtlokal an der Stange räkeln oder den Stand, der sehr kesse Leibchen anbietet sagt Monika Horn: "Diese Vielfalt gehört zum Leben. Wir sind heute nicht mehr der Mütterverein, der sich da echauffieren würde." Lieber sprechen sie und ihre Mitstreiterinnen aber darüber, wie sie Kirche und Gesellschaft mitgestalten und Frauen in vielen Lebenslagen unterstützen möchten.

Auch die Männer der Karriereberatung der Bundeswehr unterstützten den seriösen Charakter der Veranstaltung. Welche Möglichkeiten auch Frauen haben, als Soldatin oder im zivilen Bereich der Bundeswehr tätig zu werden, das interessierte vor allem Mütter heranwachsender Mädchen. Angesichts eines fast unerreichbaren Numerus Clausus fragten einige auch gerne nach der Möglichkeit, als Zeitsoldatin Medizin zu studieren.

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Petra Switalla beriet Frauen, die nach einem perfekt geschnittenen Jackett suchen. Die Inhaberin des Kalkarer Geschäfts für Maßkonfektion sorgt gemeinsam mit einer Schneidermeisterin dafür, dass die Businessfrau oder die Frau, die für ein Fest besonders schön sein möchte, zwischen all den Stoffen, Formen, Knöpfen und Kragenlösungen den Überblick nicht verliert. Ihr Angebot sei auf der Messe auf viel Interesse gestoßen, denn welche Männer- oder Frauenfigur ist schon "von der Stange".

Die Bühne der Messehalle wurde übrigens nicht nur für die Ergebnisse von Bodypainting auf fast nackten Körpern, für schrille Make-up- und Frisuren-Präsentationen genutzt, dort sorgte auch eine Rollstuhltanzgruppe mit aktiven Männern und Frauen für Begeisterung.

(RP)