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Kleve: Es fehlt der "Underground"

Kleve : Es fehlt der "Underground"

401 Studenten aus 19 Ländern studieren an der Hochschule Rhein-Waal. Sie fühlen sich an der neu geründeten Hochschule Rhein-Waal wohl und sprechen von einer internationalen Familie, die in Kleve entsteht.

Die Hochschule Rhein-Waal ist für ausländische Studenten attraktiv: 401 Männer und Frauen aus 19 Ländern haben sich hier an der deutsch-niederländischen Grenze eingeschrieben, sagt Joost Kleuters vom International Office der Hochschule. Das Gros stammt aus Fernost. Indien, Bangladesch, China. Sieben Studenten kommen sogar aus den USA.

Es sind gerade die englischsprachigen Studiengänge, die die ausländischen Studenten an den Niederrhein ziehen. Über 70 Prozent der hiesigen Studiengänge werden derzeit in der Weltsprache unterrichtet. Attraktiv vor allem für Studenten aus dem englischsprachigen Raum ist aber nicht nur die Sprache — auch die beispielsweise in England und den USA sehr hohen Studiengebühren machen das Studieren in Deutschland attraktiv.

Die ersten ausländischen Studenten werden im Sommer fertig werden, sagt Kleuters. "Viele wollen hier bleiben, wollen auf den deutschen Arbeitsmarkt", sagt der Leiter des International Office der HRW. Für diese Job-Suche wird bei den visapflichtigen Studenten das Visum um ein Jahr verlängert. Die Zugangsberechtigung für ausländische Studenten wird von der Kultusministerkonferenz bestimmt, die Hochschule selbst bietet Deutsch- und auch Englischkurse an. "Man kann als Student in Kleve viele Kulturen kennenlernen", sagt Kleuters. Es ist diese Mischung vieler Nationen, die fasziniert. Maksim Lazarenko, der Lette, studiert Sustainable Agriculture, spricht von einer internationalen Familie, die sich hier fügt.

"Die Hilfsbereitschaft unter den Studenten ist sehr groß — vor allem auch, weil hier verschiedene ,Fremde' an einem Platz zusammenkommen und zu einer regelrechten Familie zusammenwachsen", sagt er. Er kannte Kleve vorher nicht — aber er wollte nachhaltige Landwirtschaft studieren. Dass der Studiengang in Englisch gegeben wird, kam ihm entgegen. Am Niederrhein fühlt er sich gut aufgehoben. Mäßige Semestergebühren und keine Studiengebühren hebt der Lette hervor. Aber eigentlich wollte er einmal in Deutschland leben, das noch Bäume und Pflanzen hat. Allerdings vermisst der Student die Möglichkeit, im Öko-Bereich einen Job zu bekommen ebenso wie konstanten Sommer. Und nicht zuletzt eine Szene mit guter Underground- Musik.

Kamran Munir Zubairi kommt aus Pakistan. Als er die Zusage für Kleve bekam, musste er die kleine Stadt am Rande der Republik erst einmal "googeln", freute sich aber, auf dem Land gelandet zu sein. Dahin wollte er auch. An der HRW sei es sehr spannend, die verschiedenen Nationen kennenzulernen — da sei dann englisch die meist genutzte Sprache. "Mit den Studienkollegen aus Indien kann ich sogar Hindi reden — außerdem versuche ich, mein Deutsch zu verbessern". Das war auch der Grund, Ingenieurwesen zwar in Deutschland, aber an einer Hochschule zu studieren, die Englisch unterrichtet. Zubairi fühlt sich am Niederrhein sehr gut aufgenommen - vor allem von den Vermietern, die ebenso hilfsbereit seien, wie die Mitbewohner und Nachbarn.

(RP)