Wesel: Zertifikat "Vielfalt gestalten" für die Hochschule Rhein-Waal

Wesel: Zertifikat "Vielfalt gestalten" für die Hochschule Rhein-Waal

Das Ziel ist klar definiert: Wenn die Studenten die Hochschule Rhein-Waal (HSRW) nach Bachelor- oder Master-Examen verlassen, sollte sie ein Gedanke einen: "Ich hatte etwas Besonderes." Das sagt Prof. Georg Hauck, Vizepräsident für Personal- und Organisationsentwicklung der HSRW. Etwas, das andere Hochschulen und Universitäten so nicht bieten: das besondere Erlebnis der kulturellen Vielfalt, der Internationalität, das Erlebnis fremder Kulturen im täglichen Miteinander.

Damit das aber auch etwas Besonderes ist und als solches erlebt werden kann, muss die Hochschule daran arbeiten, sagt Hauck. Mehr noch als vielleicht andere Hochschulen. Schließlich will man ja herausragen - was man anhand der Zahlen ja schon tut: Die 7300 Studierenden der HSRW in Kleve und Kamp-Lintfort kommen aus 120 Nationen und von allen Erdteilen - eine solche Vielfalt ist sehr selten.

Jetzt hat die Hochschule Rhein-Waal vom Stifterverband für deutsche Wissenschaft das Zertifikat "Vielfalt gestalten" bekommen. Hauck und die Wissenschaftlerin Tammy Schmack nahmen die Auszeichnung in Berlin entgegen. Für ihr Engagement, die studentische Verschiedenheit an der HSRW zu einer Kernaufgabe der Hochschulentwicklung zu machen und Strategien, Strukturen, Angebote und Instrumente zu entwickeln und in den Hochschulalltag einzubinden.

"Wir sind stolz auf diese Auszeichnung. Sie zeigt, wie wichtig uns das Thema ist und wie stark die Wertschätzung von Vielfalt in unserer Hochschulstrategie bereits strukturell verankert ist", sagt Hauck. Ganz oben auf Haucks Agenda für die Arbeit an der Vielfalt der Hochschule steht die Sprache. "Man muss miteinander reden können", sagt Hauck. Das klingt zwar nach Binsenweisheit, ist aber elementare Grundlage, wenn es heißt, unterschiedliche Kulturen und Nationen zu verbinden. Gemeinsame Sprache an der Hochschule Rhein-Waal ist zunächst einmal Englisch, erklärt Hauck. Auch für die deutschen Studenten - schließlich werden 75 Prozent der Studiengänge in Englisch gelehrt.

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Der nächste Schritt: Die Studierenden müssen spätestens, wenn sie im sechsten Semester ihr Praxis-Semester haben, Deutsch können. "Denn in der Arbeitswelt der Firmen in Deutschland, an der Werkbank und in der Kantine wird auch in internationalen Firmen nicht Englisch gesprochen", erklärt Hauck. Deutsch müssten die Studierenden auch lernen, um sich im lokalen Umfeld am Niederrhein besser zurecht zu finden. Deshalb habe die Hochschule inzwischen zwei weitere Deutschlehrer eingestellt. Denn "wir möchten das Erlernen der deutschen Sprache künftig in die Studiengänge verankern - beispielsweise, indem es dafür Credit-Points für den Bachelor gibt", so Hauck.

Für die Dozenten gelte es, "kultursensibel" mit der Lernsituation umzugehen. Es gebe Kulturen, die sich scheuen, Fragen zu stellen. "Das müssen wir wissen", sagt Hauck. Zudem gebe es unterschiedliche Lern-Kulturen. "Wir fragen ja nicht nur angelerntes, zu reproduzierendes Wissen ab, sondern führen den Diskurs. Das müssen wir aufzeigen. Wir müssen über Lehr-Methoden und Stil aufklären", sagt Hauck. Weiterhin gelte es, neue Grenzen anzuerkennen oder auch zu lernen, Grenz-Überschritte nicht zu dulden - Anti-Diskriminierungsmaßnahmen seien Teil der Gestaltung einer gleichberechtigten Vielfalt, so Hauck. Wichtiger Aspekt des Miteinanders sei auch die Organisation des Hochschulsports, den es künftig zu stärken gelte.

(mgr)
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