Stadt Kempen: Närrisches Jubiläum in Weiß und Blau

Stadt Kempen : Närrisches Jubiläum in Weiß und Blau

Im Saal der früheren Gaststätte "Fiekers" in Klixdorf schlug vor 55 Jahren die Geburtsstunde der Karnevalsgesellschaft Weiß und Blau Kamperlings. Am kommenden Sonntag gibt es einen Empfang zum Jubiläum.

Sie gehören zum Kempener Karneval, sind in Kamperlings längst eine Institution. Nun feiern die Mitglieder der Karnevalsgesellschaft (KG) Weiß und Blau Kamperlings ein besonderes närrisches Jubiläum. Die Gesellschaft blickt auf fünf mal elf Jahre zurück. "Mit Narren muss man närrisch reden", behaupten Karnevalsexperten. In Kempen tun dies die Weiß- Blauen jetzt seit 55 Jahren. Und sie tun es nach wie vor besonders gut, obwohl auch der Karneval heute um die Gunst eines zunehmend verwöhnteren Publikums kämpfen muss.

Mit zwei Mitgliedern der Weiß-Blauen, dem 1. Vorsitzenden der Gesellschaft, Heiko Päplow, und Sascha Rütten, der schon seit mehr als 30 Jahren dabei ist, sprach die Rheinische Post anlässlich des närrischen Geburtstages. Die Karnevalisten kommen aus der Siedlergemeinschaft Kamperlings. Deren Mitglieder feierten schon Karneval, lange bevor die Gesellschaft gegründet wurde. Es waren die guten alten Fastnachtsbälle, die im Saal "Fiekers" an der alten Bundesstraße 509 in Klixdorf stattfanden. Nach dem Besuch des Kempener Karnevalsprinzen Heinz I. (Ingensiep) beim Ball im Jahre 1959 stand für die Kamperlingser Siedler fest, dass im Jahre 1960 erstmals eine richtige Sitzung stattfinden sollte.

Mehr als ein Dutzend männlicher Narren gründete die Gesellschaft mit dem offiziellen Gründungsdatum 1. Juni 1960. Eine Karnevalsgruppe hatte sich jedoch bereits Ende 1959 gebildet. August Spohr war der erste Präsident, heute ist es Günter Vida. 1961 fanden zwei Sitzungen und der Maskenball bei "Fiekers" statt. Das Echo war riesig.

Unstimmigkeiten zwischen dem Vorstand der Siedlergemeinschaft und den Karnevalisten führten im Herbst 1961 zur Trennung und zum eigenständigen Verein, wobei man das Gründungsdatum beibehielt. Und 1962 gab es sogar einen kleinen Rosenmontagszug in Kamperlings, da der Zug in Kempen ausfiel. Das Motto - aus heutiger Sicht kann man da nur schmunzeln: "Pst - nicht wecken, Kempener Karneval schläft - Aber wir sind da."

Seit mehr als 50 Jahren werden Kontakte zu den "Nachfaltern" in St. Tönis gepflegt. 1971 wurde das erste närrische Jubiläum gefeiert. 1974, als Karl-Heinz Hermans Karnevalsprinz in Kempen war, erschienen die Aktiven aus Kamperlings erstmals in neuen Smoking- Jacken. Mit mehreren Wagen und Fußgruppen wurde am Rosenmontagszug teilgenommen.

Das Ende im Saal "Fiekers" kam 1976. Saal und Gaststätte wurden damals geschlossen. 1978 gab es erstmals eine Karnevalsveranstaltung im Zelt an der Oedter Straße für 400 Personen. In späteren Jahren gab es eine Seniorensitzung im Zelt an der St.-Josef-Kirche. Der Zeltstandort wechselte in den 1980er-Jahren erneut - diesmal an die Ecke Wiesenstraße/Fliethgraben. 1984 endete nach 23 Jahren die Ära von August Spohr. Es gab nochmals auf Grund von behördlichen Auflagen einen Standortwechsel des Zeltes auf dem Platz neben dem Sporthotel am Schmeddersweg.

Ende der 1980-er Jahre kam aus wirtschaftlichen Gründen das Aus für das Zelt. 1990 gelang der Wechsel ins Kempener Kolpinghaus. Es kamen Jahre, wo es auf und ab ging mit dem Karneval bei der KG Weiß und Blau Kamperlings. Doch die Weiß-Blauen haben längst wieder zurück gefunden in die richtige "Narrenspur." Heiko Päplow und Sascha Rütten: "Man muss neue Wege gehen. Wir haben den Sitzungskarneval wieder belebt, die Kinder an das Winterbrauchtum herangeführt. Wir sind heute gut aufgestellt." Es gibt heute neben dem Vorstand die Garde den Elferrat, die KG Flöhe und die Shadows. 158 Mitglieder hat die KG Weiß und Blau im Jubiläumsjahr, wovon 51 aktiv sind. Günter Vida ist seit mehr als 30 Jahren Sitzungspräsident. Die KG Weiß und Blau ist heute eine feste Größe im Kempener Karneval.

(mab)
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