Gemeinde Grefrath: 80 Flüchtlinge leben zurzeit in Grefrath

Gemeinde Grefrath : 80 Flüchtlinge leben zurzeit in Grefrath

Volkmar Josten, Leiter des Sozialamts, rechnet mit weiteren Zuweisungen. Für den Haushalt 2015 hat er zusätzliche Mittel angemeldet. Auch Privatleute und Kirchen kümmern sich um die Betreuung.

Das Jahr 2014 hat der Bundesrepublik wegen der zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen einen stark erhöhten Strom von Flüchtlingen beschert. Millionen von Menschen sind auf der Flucht und möchten in Frieden leben.

Diese Entwicklung ist auch an Grefrath nicht vorbei gegangen. In der Niersgemeinde kümmert sich nicht nur die Verwaltung, auch hilfsbereite Bürger haben sich für die Flüchtlinge eingesetzt. Am Freitag wurde beim Neujahrsempfang der SPD mit Maja Schmitz-Peick eine Frau geehrt, die sich seit Jahrzehnten mit der Flüchtlingsproblematik beschäftigt.

Erster Ansprechpartner für Flüchtlinge ist das Sozialamt mit Volkmar Josten an der Spitze. Der Amtsleiter berichtet, dass die Flüchtlinge, die im vergangenen nach Grefrath kamen, meist vom Balkan stammen und nicht aus Syrien oder anderen Krisengebieten. Josten ist derzeit heilfroh, dass es nicht zu einem einmal angedachten Verkauf der Bewährungswohnungen der Gemeinde Grefrath am Reinersbach gekommen ist. Diese Wohnungen werden nämlich jetzt wieder benötigt und teilweise von der Gemeinde renoviert. Aktuell wird in zwei Wohnungen gearbeitet.

Dort am Reinersbach im Südwesten von Grefrath werden die Flüchtlinge ebenso untergebracht wie in den Bewährungswohnungen im Oedter Südwesten am Bruchweg. Im Sozialamt erhalten sie eine Erstausstattung mit Lebensmitteln, aber auch, wenn nötig, beispielsweise Bettwäsche oder andere Dinge. Insofern ist Josten immer wieder froh, wenn er aus Haushaltsauflösungen Bettwäsche oder Geschirr und Porzellan bekommt. "Es wird immer wieder gespendet", so Josten weiter. Das Sozialamt arbeitet auch mit den Kirchen zusammen, denn Organisationen und Gruppen aus den Gemeinden setzen sich für die Flüchtlinge ein.

Derzeit leben in Grefrath 80 Flüchtlinge. Es gibt nur eine Einzelperson. 53 Personen leben in Familien. 19 Personen sind minderjährig. Die Ausländer kommen aus den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens, aus Afghanistan, Ägypten, Armenien, Bangladesch, Eritrea, Indien, Iran, Ghana, Guinea, Russland und Sierra Leone.

Die Flüchtlinge erhalten finanzielle Leistungen zum Lebensunterhalt, die in den gesetzlichen Bestimmungen bundesweit festgelegt sind. Es gibt Bargeld für Nahrungsmittel, für Bekleidung, Schuhe, Wohnen, Energie und die Gesundheitspflege. Zwischen 12,5 und 25 Quadratmeter Wohnraum stehen derzeit für jeden Flüchtling zur Verfügung.

"Sobald es der ausländerrechtliche Status zulässt, wird Wert darauf gelegt, dass Wohnraum außerhalb der Unterkünfte angemietet wird", erklärt Josten. Angesichts der wachsenden Zahl der Flüchtlinge hat das Sozialamt für den noch nicht verabschiedeten Haushalt 2015 mehr Geld für Ausstattungsgegenstände und regelmäßige Ersatzbeschaffungen angemeldet.

Mit Blick auf die soziale Betreuungssituation stellt Josten fest, dass wenn weitere finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden, auch eine weitergehende Betreuung vorstellbar sei. Die Arbeiterwohlfahrt stellt die Betreuung im Rahmen einer finanziellen Pauschale des Landes sicher. Geplant ist derzeit das Angebot eines ehrenamtlichen Sprachunterrichts vor Ort.

Sozialamtsleiter Volkmar Josten sieht in der Gemeinde Grefrath durch die Unterbringung in festen Unterkünften und der Möglichkeit, für Familien Privatsphäre zu pflegen, die Unterbringungssituation deutlich besser als in den umliegenden Kommunen. Er rechnet für die kommenden Monate mit einem "anhaltenden Zuweisungsdruck" durch die weitere Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland.

(mab)
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