Stadt Kempen: Goldener Meisterbrief für Alfred Amberg

Stadt Kempen : Goldener Meisterbrief für Alfred Amberg

Die gestrige Ehrung kam überraschend für den Konditormeister. Er war der Meinung, dass man nur den 65. Geburtstag seiner Frau Maria feiern würde. Dann erschien plötzlich ein Vertreter der Kreishandwerkerschaft.

Jede Menge Gäste hatten Maria und Alfred Amberg für gestern Morgen in das von ihnen vor 37 Jahren gegründete "Café am Ring" in Kempen eingeladen. Offizieller Anlass war der 65. Geburtstag von Maria Amberg. Zweiter Anlass war die Verleihung des Goldenen Meisterbriefs an Alfred Amberg. Davon hatte der Jubilar allerdings keine Ahnung.

Marc Peters von der Kreishandwerkerschaft und die Vertreter der Presse waren zunächst in einem Hinterstübchen geparkt. Amberg sollte schließlich keinen Verdacht schöpfen, dass im Café nicht nur der Geburtstag seiner Frau gefeiert wird. So dreht sich auch die Festrede von Michael Peschke, Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes des Konditorenhandwerks Nordrhein-Westfalen, zunächst nur um Maria Amberg. Sie habe sich stets engagiert eingebracht. Als Chefin im Verkauf sei das Gesicht des Cafés gewesen und habe ihm Ausstrahlung verliehen. Mit ihrem Mann habe sie ein tolles Team gebildet.

Und in der Folge drehte sich alles nur noch um diesen Mann, um Alfred Amberg (72), der vor 50 Jahren seine Meisterprüfung abgelegt hat. Er habe, so Peschke für den Landesverband, die Fundamente geschaffen, auf denen die nächste Generation habe aufbauen können. Das haben sie bereits, inzwischen führen Ambergs Sohn Andreas und dessen Frau Katja bereits seit dem Jahr 2006 die Geschäfte an der Vorster Straße 2. So ganz kommt der Altmeister aber noch nicht aus der Übung. Wenn sich die Gelegenheit bietet, hilft er mit seiner großen Erfahrung gern in der Backstube mit.

Peschke verwies auf die zahlreichen Ehrenamte, die der Jubilar im Lauf der Jahre bekleidet habe: "Allein die Arbeit beim Landesverband war eine ideelle Meisterleistung." Besonders für den Nachwuchs habe er sich eingesetzt: "Er hat stets darauf gedrängt, die Talente zu fördern, so lange sie noch nicht in der Berufsroutine stecken." Amberg könne auf ein erfülltes Berufsleben zurückblicken, in dem es ihm stets wichtig gewesen sei, dem Nachwuchs Anreize zur Weiterbildung zu geben, unter anderem durch Förderpreise.

Marc Peters lobte für die Kreishandwerkerschaft ebenfalls die Verdienste des Jubilars, der bei der so unerwarteten Ehrung sichtlich gerührt war. Amberg habe, so Peters, bereits die Silberne und Goldene Ehrennadel der Innung bekommen und jetzt den Goldenen Meisterbrief, in zehn Jahre folge dann der Diamantene. Blumen gab es für das Geburtstagkind Maria Amberg: "Ohne die Unterstützung einer Frau ist im Handwerk vieles nicht möglich."

Alfred Amberg versprach, dass der Goldene Meisterbrief auf alle Fälle einen Ehrenplatz bekomme werde, und nutzte die Gelegenheit, um einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. In die vor 50 Jahren natürlich, als er sich als junger Mann anschickte, die Meisterprüfung abzulegen. In Braunschweig sei das gewesen, erzählte er den Gästen. er habe seinerzeit eine regelrechte Punktlandung hingelegt: "Ich bin am Tag vor der schriftlichen Prüfung aus dem Krankenhaus entlassen worden."

Schluss der offiziellen Teils: Die Gäste hatten nun Gelegenheit, sich nun dem reichlichen Frühstücksbüffet zuwenden. Es hat schon etwas für sich, wenn der Inhaber des Goldenen Meisterbriefs ebenso wie sein Sohn Konditormeister ist.

(RP)
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