Kaarst: Millionendeal mit Ikea vor dem Abschluss

Kaarst : Millionendeal mit Ikea vor dem Abschluss

Das schwedische Möbelunternehmen will die Konditionen für die Kaufverträge mit der Stadt festzurren, um 2013 schnellstmöglich zu einem Abschluss zu kommen. Der Bürgermeister ist mit den Angeboten offenbar zufrieden.

2013 wird ein Schicksalsjahr für Kaarst, jedenfalls was das Generationenprojekt "Gewerbegebiet Kaarster Kreuz" und die Umsiedlung Ikeas betrifft. Und auch wenn die Nachricht von der Nichtaufnahme des Erschließungsstraßenbaus (K 37n) ins Landesförderprogramm auf Grundlage des sogenannten Entflechtungsgesetzes in 2013 noch nachklingt — Franz-Josef Moormann geht mit dem vermutlich beruhigenden Gefühl ins neue Jahr, dass das Projekt aus Sicht der Verwaltung in die richtige Richtung läuft.

Foto: Berns, Lothar (lber)

"Wir sind auf einem guten Weg zur Preisfindung", sagt der Bürgermeister. Mit anderen Worten: Der Preis, den das schwedische Möbelunternehmen für den neuen Standort zu zahlen bereit ist, ist aus Sicht der Stadt Kaarst offenbar zufriedenstellend hoch.

Dem Rat hat Moormann in der vergangenen Woche ein Schreiben zur Kenntnisnahme vorgelegt, in dem Ikea den derzeitigen Verhandlungsstand zusammenfasst — das Ergebnis mehrjähriger intensiver Gespräche und Diskussionen also. Offenbar sieht das Unternehmen die Zeit für gekommen an, die Konditionen für den Grunderwerb wasserdicht festzuzurren, um die Grundstückskaufverträge im kommenden Jahr zügig ausverhandeln zu können — ein Zeichen dafür, dass der Geduldsfaden der Möbelhändler nicht ewig hält.

Gegenstand der Verhandlungen sind die Kaufpreise für das Grundstück am Altstandort Düsselstraße — das will die Stadt Kaarst nämlich von Ikea erwerben — und für das rund 125 000 Quadratmeter große Grundstück im neuen Gewerbegebiet "Kaarster Kreuz". Also: Die Frage, was wann gezahlt wird und wer unter welchen Umständen vom Vertrag zurücktreten darf. Einbezogen sind aber auch "Bekenntnisse" seitens Ikea zur Grünentwicklung und zum von der Politik geforderten Nachhaltigkeitskonzept.

Offen ist offenbar noch, ob und wie sich eine erneute Förderabsage des Landes für den Straßenneubau auch für 2014 auswirken würde. Fakt ist: Wegen der angespannten Haushaltslage wurde vom Land für 2013 ein "Notprogramm" aufgestellt, das neben laufenden Fördermaßnahmen lediglich die Beseitigung von Bahnübergängen finanziell unterstützt.

2009 hatten die Holzbüttgener während einer ersten Bürgerversammlung massive Bedenken gegen die ursprüngliche, erste Verkehrsplanung für das künftige Gewerbegebiet "Kaarster Kreuz" geäußert. Die Verwaltung ließ daraufhin zwei neue Gutachten erstellen, die alle von den Bürgern angeregten Möglichkeiten der Offenhaltung der Gümpgesbrücke neben einem neuen Brückenbauwerk unter die Lupe nahmen. Sorge machte damals vor allem die bis dato von der Stadt angedachte und gutachterlich empfohlene Schließung der Gümpgesbrücke als Zufahrt nach Holzbüttgen über die Siemensstraße.

Die neuen Gutachten fanden dafür eine Lösung — die sogenannte "Variante 7": Wie eine Autobahnanschlussstelle soll die Verkehrsführung jetzt die Form eines halben Kleeblatts haben. Die neue K 37n wird über eine Brücke an die Neersener Straße angebunden. Die Gümpgesbrücke bleibt offen. Ende Januar will der Stadtrat den entsprechenden Bebauungsplan als Satzung beschließen. Grüne und UWG bezweifeln die grundsätzliche Tragbarkeit des Verkehrskonzepts. Ob eine Förderchance für 2014 besteht, entscheidet sich 2013. Bürgermeister Franz-Josef Moormann sagt: "Ich gehe davon aus, dass wir gefördert werden." Allein die diesbezügliche Ungewissheit trübt wahrscheinlich das beruhigende Gefühl.

(NGZ/rl/top)