Kaarst: Oliver Krischer kritisiert Klimapapier der Bundesregierung

Bundestagsabgeordneter zu Gast : Oliver Krischer, MdB der Grünen, kritisiert in Kaarst das Klimapapier

Der Bundestagsabgeordnete war zu einem Diskussionsabend bei den Kaarster Grünen zu Gast.

Hoher Besuch für die Kaarster Grünen: Der Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer war in der Geschäftsstelle an der Martinusstraße zu Gast. Nach einer Einleitung über die Notwendigkeit für effektiven Klimaschutz in Zeiten der Klimakrise kam Oliver Krischer auf das enttäuschende Klimapapier der Bundesregierung zu sprechen. An einigen wichtigen Punkten machte er klar, welche Maßnahmen die Grünen auf Bundesebene für nötig halten, um rechtzeitigen, effektiven Klimaschutz noch möglich zu machen. Eines der Hauptproblem; trotz des geplanten Ausstiegs aus der Kohleförderung stehe die Bunderegierung beim Ausbau der erneuerbaren Energien weiterhin auf der Bremse. Krischer kritisierte zudem das inkonsequente Vorgehen bei der Verkehrswende, bei dem zwar Geld in die Elektromobilität investiert werde, besonders große, CO2-ungünstige Firmenwagen aber weiterhin die größten Subventionen über Steuererleichterungen bekämen. Verursacher von mehr klimaschädlichen Gasen sollten auch selbst mehr zahlen müssen.

Der Grünen-Abgeordnete legte in der Diskussion gut dar, dass beim heutigen Stand der Dinge zumindest für Personenkraftverkehr der Elektroantrieb das Modell der Zukunft sein wird. Trotz der momentan problematischen Rohstoffbedarfe könne der Elektroantrieb die herkömmlichen Verbrennungs-Motoren deutlich umweltfreundlicher ersetzen. Auch bei Katalysatoren seien Rohstoffe wie Platin verbaut, und wie viel bei der Erdöl- und Erdgasgewinnung an zusätzlicher Umweltbelastung entstehe, werde gerne unter den Tisch fallen gelassen. Oliver Krischer sagt aber auch ganz deutlich, dass es nicht darum gehe, sämtliche jetzt fahrende Autos durch Elektroantrieb zu ersetzen. „Wir müssen vielmehr sinnvolle und gute, bequeme Alternativen für Menschen finden, die noch aus logistischen Gründen auf ein Privatauto nicht verzichten können“, sagt Krischer. Wasserstoffbasierte Antriebe werden seiner Ansicht nach in Bezug auf auf Transportfahrzeuge, Schiffe und den Flugverkehr interessant. Viele Maßnahmen seien auch ohne Klimaschutz längst notwendig. Ein Land, in dem keine Wälder für den Kohleabbau abgeholzt werden und in dem nicht alle Straßen mit Autos verstopft sind, sollte auch ohne die Klimakrise erstrebenswert sein.

(NGZ)
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