Kaarst: Ausrangierter Feuerwehrwagen steht zum Verkauf im Netz

Auktion der Stadt Kaarst : Ausrangierter Feuerwehrwagen steht zum Verkauf im Netz

Väter von feuerwehrbegeisterten Jungs sollten diese Nachricht vor ihrem Nachwuchs gut verstecken: Die Kaarster Feuerwehr verkauft im Auktionshaus des Zolls einen ausrangierten Einsatzwagen.

Dieser wurde 1996 für 350.000 D-Mark von der Stadt gekauft, nun müssen Minimum 15.000 Euro hingelegt werden. „Wir haben ein Gutachten, wonach er sogar 18.000 Euro wert ist“, sagt Feuerwehrchef Andreas Kalla, der mit diesem Wagen der Marke Mercedes eine ganz besondere Beziehung hat. „Als ich damals aus der Jugendfeuerwehr kam, wurde der Wagen in den Dienst gestellt“, sagt Kalla.

In der Regel sind Feuerwehrwagen 20 Jahre im Dienst, dann sind sie nicht mehr einsatzfähig. „Wir müssen hochverfügbar sein und können uns keine Ausfälle leisten. Es darf nicht sein, dass bestimmte Sachen nicht mehr funktionieren“, erklärt Kalla. Speziell an diesem Fahrzeug müsste wohl die Seilwinde erneuert werden, weil sie nicht mehr die gewünschte Kraft aufbringt. Der Wagen war ein Spezialfahrzeug und kam immer dann zum Einsatz, wenn es nicht gebrannt hat: Bei Verkehrsunfällen, Ölspuren oder Häusern, die einzustürzen drohen – wie im vergangenen April auf der Neusser Straße. Wie viele Einsätze das Auto auf dem Buckel hat, kann Kalla nicht genau sagen, er vermutet allerdings, dass mehrere Hundert zusammenkommen – mindestens.

Der Erlös der Auktion geht an die Stadt Kaarst, diese hat den Wagen damals schließlich auch bezahlt. Der Zoll erhält eine Grundgebühr für die Auktion. Doch was sind das für Menschen, die sich einen eigenen Feuerwehrwagen kaufen? „Meistens sind das Privatleute, die den Wagen dann für ihre Zwecke umbauen. Viele machen auch ein Wohnmobil daraus“, sagt Kalla. Die Auktion läuft noch bis zum 31. Oktober, 12 Uhr. Und wenn der „voll funktionsfähige“ Einsatzwagen – so wird er in dem Auktionstext beschrieben – nicht über den Zoll verkauft wird, versucht es die Feuerwehr über eine andere Plattform. „Der Wagen wird auf jeden Fall verkauft“, ist sich Andreas Kalla jedenfalls sicher.

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