Kunstobjekte: Die Schätze des Vorster Waldes

Drei Kunstobjekte in der Natur : Die Schätze des Vorster Waldes

Drei Kunstwerke sind im Vorster Wald zu sehen, im Jahr 2020 soll ein viertes hinzukommen. Dann soll das Trafohäuschen fertig sein.

Beim Spaziergang durch den Vorster Wald fallen sie auf, die Kunstwerke, die der Kunstverein Nordkanal zwischen den Bäumen platziert hat. Derzeit gibt es drei Objekte, im kommenden Jahr soll ein weiteres hinzukommen.

Waldhütte Geheime Gedanken Die 2015 eingeweihte Kunstinstallation von Monika Nelles ist dafür gedacht, dass Spaziergänger auf den Außenwänden ihre Gedanken und Mitteilungen verewigen können. Das Innere ähnelt einem Spiegelsaal: Viele Wandspiegel und ein zentraler Kronleuchter aus tausenden transparenten Eislöffeln sind das Besondere. In der Dämmerung wird der Kronleuchter mit LED-Spots angestrahlt. „Die Waldhütte ist ein mittelalterlicher Reliquienschrein“, sagt Markus Albiez, Vorsitzender des Kunstvereins Nordkanal. Die Tür der Hütte wurde kurz nach der Einweihung eingetreten „Wir haben uns dazu entschieden, alles so zu lassen, wie es ist“, sagt Albiez. Von außen ist die Hütte mit Graffiti beschmiert, auch daran wird vorerst nichts gemacht.

Ampelnistkasten Die Kunststele von Til Hausmann steht seit 2017 im Vorster Wald unweit der pinkfarbenen Hütte. Er ist ein sogenannter „Ready-made“: Ein im Alltag vorgefundener Gegenstand, der durch eine neue Interpretation oder Nutzungsart zum Kunstgegenstand wird. Damit Vögel im Inneren ihre Nester bauen können, ist das Metallgehäuse in drei Etagen unterteilt. Die Einfluglöcher haben mit 26, 32 und 45 Millimeter unterschiedliche Durchmesser. Das ermöglicht vielen Vogelarten, hier ihren Nachwuchs großzuziehen: Blaumeise, Kohlmeise, Star, Kleiber, Zaunkönig und Trauerschnäpper sind im Wald heimisch. „Wenn die Vögel ihre Nester bauen, ist der Ampelnistkasten auch eine Art Schatzkiste“, sagt Albiez.

Brücken über den Nordkanal Das älteste der drei Kunstwerke im Vorster Wald ist die Großplastik von Wilhelm Schiefer. Die fünf 14 Meter hohen Holztürme können als Symbol für die Überschreitung von Grenzen, die Zusammenführung und Verknüpfung unterschiedlicher Orte und Standpunkte verstanden werden. Die Türme sind mit Stegen und Leitern verbunden. Oft werden die fünf Türme mit den fünf Kaarster Ortsteilen Kaarst, Vorst, Büttgen, Holzbüttgen und Driesch in Verbindung gebracht, aber „das geht ein bisschen zu weit“, wie Albiez sagt. Der Kunstverein hat noch für dieses Jahr eine Inspektion in Auftrag gegeben, um die Sicherheit des Kunstwerks zu gewährleisten. Gleichzeitig sollen die Brücken einen neuen Anstrich erhalten. Wenn es dunkel wird, werden auch sie angestrahlt.

Trafohäuschen Das nächste Projekt  ist das Trafohäuschen am ehemaligen Sportplatz. „Auch hier wollen wir dem architektonischen Thema der Behausung und Kunstbewahrung folgen“, erklärt Albiez. Der Kunstverein plant, in das Trafohaus Gucklöcher an allen vier Seiten einzubauen. So soll die Kunst im Inneren „erlebbar“ werden. Die Löcher werden in unterschiedliche Höhen gebohrt, sodass Besucher verschiedene Perspektiven haben und die Plastiken dreidimensional erfahren können. Im Inneren können verschiedene Künstler temporär ausstellen. Das Besondere ist das Fledermausdach. „So ist auch hier eine Verbindung zwischen Kunst und Natur gegeben“, sagt Albiez. 2020 soll die Finanzierung stehen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das sind die Schätze des Vorster Waldes in Kaarst

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