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Kaarst: Kita-Gruppen sollen in Containern untergebracht werden

Platzmangel in Kaarst : Stadt plant Kita-Gruppen in Containern

In der Stadt Kaarst mangelt es an Kita-Plätzen. Die Verwaltung hat nun den Vorschlag gemacht, auf dem Gelände der Astrid-Lindgren-Grundschule Container aufzustellen, in der für ein Jahr Kindergarten-Kinder untergebracht werden.

Das Wort des Abends im Jugendhilfeausschuss hieß „Turbo-Kita“. Das bedeutet, dass so schnell wie möglich weitere Kindergartenplätze geschaffen werden müssen. Jugendamtsleiterin Ute Schnur erklärte: „Für das kommende Kindergartenjahr fehlen uns voraussichtlich 59 Plätze für Kinder ab drei Jahren, die einen Rechtsanspruch auf einen solchen Platz haben.“ Jetzt soll alles ganz schnell gehen: Neben den bereits ins Auge gefassten Standorten an der Birkhofstraße und in Vorst soll im Eiltempo eine weitere Kindertagesstätte gebaut werden. In ihrer Not machte die Verwaltung einen ungewöhnlichen Vorschlag: Für eine Übergangszeit von möglichst nicht mehr als einem Jahr sollen auf dem Gelände der Astrid-Lindgren-Grundschule in Holzbüttgen Container aufgestellt werden, die Platz für zwei Kita-Gruppen bieten.

Auf den Schulhof sollten ohnehin Container kommen, die vor allem für den Offenen Ganztag gebraucht werden. Jetzt sollen noch einige Container hinzu kommen für zwei Kindergarten-Gruppen. Ein Anreiz für die Schule: Wenn nach etwa einem Jahr die Kindergarten-Kinder das Grundstück wieder räumen, werden die Module nicht abgebaut, sondern stehen dann den Grundschulkindern zur Verfügung. Sozial- und Jugenddezernent Sebastian Semmler erklärte: „Der Außenbereich der Kita wird der Garten des Hausmeisterhauses sein.“ Hier sei sichergestellt, dass spielende Kindergartenkinder lernende Grundschulkinder nicht stören. Wenn die Kita-Kids dann umziehen, wird das Hausmeisterhaus abgerissen, um den Schulhof vergrößern zu können, der durch die Container zunächst verkleinert wird. Gegenüber unserer Redaktion erklärte Semmler, es handele sich um neu anzuschaffende Container mit guter Qualität vor allem bezüglich der Dämmung.

Einar Rasmussen (Grüne) beklagte, dass Kinder vorübergehend für andere Kinder etwas abgeben müssten, in diesem Fall einen Teil des Schulhofs. Die Leiterin der Astrid-Lindgren-Schule, Suzan Aydin, kann mit der von der Verwaltung vorgeschlagenen Lösung leben. Sie gab aber zu verstehen, dass sie eine andere Platzierung der Containerelemente bevorzugen würde, wenn es nicht diese Interimslösung gäbe. Wie groß der Bedarf tatsächlich ist, erklärte Ute Schnur: „Es gibt derzeit 75 Kindergartengruppen im Stadtgebiet, ohne Überbelegungen hinzunehmen, bräuchten wir zum Kindergartenjahr 2019/2020 rein rechnerisch 87,8 Gruppen. Es ist nicht nur die Zahl der unterzubringenden Kinder, die die Stadt vor immer neue Herausforderungen stellt, es ist auch die zunehmende Zahl von Kids aus Flüchtlingsfamilien und mit sozial-emotionalen Wahrnehmungsstörungen, die nur in einer deutlich kleineren Gruppe angemessen betreut werden könnten.

Sebastian Semmler zeigte sich aufgrund der Dringlichkeit enttäuscht, dass auf Antrag der CDU das Ausloten von Standortpotenzialen für diese „Turbo-Kita“ jetzt nicht im Jugendhilfeausschuss erfolgte, sondern auf der Tagesordnung des Planungsausschusses am 13. Februar stehen wird. Semmler bat die Ausschussmitglieder, darauf hinzuwirken, dass in den Fraktionen zügig über einen möglichen Standort für eine „Turbo-Kita“ diskutiert wird.