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Kaarst: Israel kennenlernen

Kaarst : Israel kennenlernen

Im Bereich Fremdsprachen bietet die Volkshochschule Kaarst-Korschenbroich jetzt eine neue Kursform an. "Israel – das Land, die Menschen und die Sprache" ist mehr als bloßer Sprachunterricht. Über das Format sprach die NGZ mit Neu-VHS-Dozenten David Harder.

Harder ist 43 Jahre alt und hat Politikwissenschaften, unter anderem in Israel, studiert. Als Trainer für interkulturelle Kommunikation unterrichtet er Hebräisch, Englisch und Niederländisch.

Herr Harder, wie kam es zu der Kursidee?

Harder Die Volkshochschule und ich hatten überlegt, diese neue Kursform einzuführen, weg vom reinen Sprachunterricht. Im weitesten Sinne ist es Landeskunde. Ich habe bereits in der Vergangenheit nicht nur die Sprache Hebräisch präsentiert, sondern auch Land und Leute.

Welche Inhalte vermitteln Sie Ihren Schülern?

Harder Ich werde erst einmal das Land Israel allgemein vorstellen, die geografische Lage, das Klima. Ansonsten verfolge ich keine feste Struktur, sondern gehe auf die Interessen der Kursteilnehmer ein, sei es für den gesellschaftlichen Bereich oder das politische System. Da der Kurs nur aus zehn Treffen besteht, möchte ich so viel wie möglich, von jedem ein bisschen vermitteln.

Aber Hebräisch wird auch gelernt?

Harder Ich werde nicht Wörter vorsagen und die Teilnehmer sprechen sie mir nach. Ich zeige, wie die Sprache aufgebaut ist, wo es Gemeinsamkeiten mit der deutschen Sprache gibt. Das Jiddische ist die Verbindung zwischen Deutsch und Hebräisch. Es gibt eine Reihe unserer Wörter, die aus dem Jiddischen stammen, etwa Schlamassel oder das Sprichwort "Hals und Beinbruch". Einen wichtigen Teil nimmt auch die Musik ein. Israel spricht durch die Musik. Es gibt eine große und lebendige Szene.

Tel Aviv ist eine Stadt mit westlichem Charakter. Ist in Israel der Gegensatz zwischen westlicher Welt und dem traditionellen Morgenland noch stark ausgeprägt?

Harder Nein, es ist ein hochmodernes Land, weltweit führend in der Informationstechnologie. Davon ist kein Ort unberührt. Es gibt sicherlich kleine Flecken, wo die Zeit stehengeblieben scheint, und Beduinen leben noch in ihren Zelten. Allerdings haben auch sie ihre Satellitenschüssel.

Welches Kursziel haben Sie?

Harder Das meiste, was wir über Israel aus den Medien und durch den Nahost-Konflikt erfahren, ist negativ. Viele diskutieren kontrovers und haben eine dezidierte Meinung. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass denjenigen nicht viele Fakten bekannt sind. Hier kann der Kursus etwas bewegen. Ich suche aufgeschlossene Menschen, die mehr erfahren wollen als das, was sie aus den Medien kennen.

Stefan Reinelt führte das Gespräch

(NGZ)