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Kaarst: Büttgener auf Rekordjagd

Kaarst : Büttgener auf Rekordjagd

Alles Bemühen half nicht: Beim 24-Stunden-Schwimmen im Büttgener Hallenbad verpassten die Aktiven den angestrebten Rekord. Dennoch schafften sie mit addierten 1,2 Millionen Metern ein tolles Ergebnis.

Die stolze Bestmarke von 1 438 000 Metern beim 24-Stunden-Schwimmen in Büttgen hatte seit sechs Jahren Bestand. Am Wochenende wurde zur neuen Rekordjagd geblasen. Da war jeder geschwommene Meter wichtig. Also starteten am Samstagmittag um Punkt 12 Uhr nicht wie in den vergangenen Jahren vier ausgewählte Startschwimmer. Es sprangen gleich 20 Jugendliche ins Wasser.

Sofort herrschte starker Wellengang. Es war voll im Becken. Deshalb setzten die Leistungssportler des VfS Büttgen auf den Nachtpokal und die frühen Morgenstunden am Sonntag, um dann kontinuierlich ihre Bahnen ziehen zu können. Der ein oder andere wollte sogar im Hallenbad übernachten. Eric Heiertz hatte sich den Samstagnachmittag für die Veranstaltung freigehalten. Der 13-Jährige war das erste Mal dabei und nahm mit seinen Freunden der Klasse 7b an der Elisabeth-Selbert-Realschule am Schulpokal teil. Ein Ziel hatte er sich nicht gesteckt. "Ich will einfach so viele Bahnen schwimmen wie ich kann", sagte er. Gefordert wurde er von seinem älteren Bruder Philipp. "Ich zieh dich einfach mit", sagte er.

Im Team schwammen auch Thomas und Nick Matschke. Dabei passte allerdings Vater Thomas auf seinen vierjährigen Sohn Nick im Becken auf. Tapfer ohne Schwimmflügel, nur mit Hilfe eines Styroporbretts, schaffte der Filius gleich mehrere Bahnen ohne Pause. Der Familie Matschke liegt das Schwimmen im Blut. Nicks Uropa Willi Franken war der erste Schwimmmeister im Büttgener Hallenbad. Die vierte Generation wurde bereits zur Geburt im Verein angemeldet und kennt das Bad seit dem Babyschwimmen. Thomas Matschke kennt das 24-Stunden-Schwimmen noch aus der Zeit, bevor das Hallenbad in den 1990er Jahren für sechs Jahre geschlossen war. "Es ist eine Veranstaltung für jedermann. Die Idee ist für Kinder und Erwachsene extra motivierend", sagte der 37-Jährige.

Hoch motiviert war auch Miriam Vaupel. Die 15-Jährige nahm zum vierten Mal teil. Bisher konnte sie sich immer steigern. "Ich möchte meine 600 Bahnen vom letzten Mal übertreffen", sagte sie. Das Ziel war also mehr als 15 Kilometer. Dafür nahm sie sich am Samstag bis 22 Uhr Zeit. Am Sonntag wollte sie um 6 Uhr direkt wieder ins Becken.

Guido Nowak bevorzugte den Bruststil. Der Gruppenleiter der evangelischen Jugendhilfe Büttgen war mit seinen Jugendlichen im Schwimmbad. "Ich bin mit neuen Kindern hier. Alle schwimmen, helfen aber auch beim Bahnen zählen", erzählte Nowak. Seine Schützlinge erwarteten Leistung von ihm. Kaum für eine kurze Pause aus dem Becken gestiegen, forderten sie ihn auf, zurück ins Wasser zu steigen. Zum Rekord reichte es trotzdem nicht: 1 214 000 Meter waren deutlich zu wenig.

(NGZ)