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Coronavirus: Jüchen baut weiter - Schulen und Kitas haben Raumbedarf

Trotz Coronakrise : Jüchen arbeitet an weiteren Kita-Plätzen

Bei der Stadt läuft der interne Betrieb weiter. Das gilt auch für die Bauaufsicht und für die Abwicklung aktueller Bauvorhaben, denn Schulen und Kitas werden künftig großen Raumbedarf haben.

Trotz Rathausschließung wird bei der Jüchener ­Stadtverwaltung weiterhin gearbeitet. Deshalb muss es auch nicht unbedingt zu Verzögerungen bei den städtischen Bauvorhaben wegen der Coronakrise kommen, teilt ein Stadtsprecher auf Anfrage unserer Redaktion mit.

„Der interne Dienstbetrieb der Verwaltung läuft derzeit weiter. Das gilt auch für die Bauaufsicht und für die Abwicklung unserer Bauvorhaben. Vorausgesetzt, die beteiligten Firmen haben keine Einschränkungen“, sagt er. So wird derzeit am Innenausbau des Kita-Anbaus an der Bahnstraße in Otzenrath weiterhin fleißig gearbeitet. Eröffnungstermin soll im August sein, sofern dann die Kitas wegen nachlassender Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus wieder geöffnet werden können.

Aus heutiger Sicht muss demzufolge auch nicht, mit einer Bauverzögerung für das neue Feuerwehrgerätehaus in Hochneukirch gerechnet werden. Auch private Bauherren können bei der Stadtverwaltung telefonisch weiterhin nach den notwendigen Genehmigungen fragen oder bei Bedarf in Notfällen auch einen Gesprächstermin vereinbaren.

Bekanntlich finden in Jüchen, wie auch in den übrigen Rhein-Kreis-Kommunen, jetzt auch keine Ausschuss- und Ratssitzungen statt. Für den Schul- und Jugendausschuss gab es allerdings auf der Tagesordnung für die ausgefallene Sitzung vergangene Woche auch einige fristenrelevante Themen.

Dass Jüchen weitere Kitaplätze schaffen muss und der Anbau in Otzenrath die Nachfrage im Siedlungsschwerpunkt Hochneukirch-Otzenrath-Holz nicht alleine bedienen kann, ist der Politik bereits bekannt. Mit einem neuen Kita-Bauprojekt sollte sich der Fachausschuss deshalb am vergangenen Dienstag befassen. Die Verwaltung wollte dazu ihre Vorstellungen darlegen. Wie berichtet, hat sich Bürgermeister Harald Zillikens aber bereits dafür ausgesprochen, eine neue Kindertagesstätte auf dem nicht mehr benötigten Sportplatz an der Feldstraße/Peter-Busch-Straße errichten zu lassen. Gegenüber unserer Zeitung hatte Zillikens auch bereits berichtet, die Stadt habe den Antrag auf Fördermittel für eine neue Kita bereits an das Land NRW gestellt.

Aber auch die Schulen, insbesondere die Jüchener Grundschulen, haben zusätzlichen Raumbedarf. So musste für den offenen Ganztagsbereich (Ogata) an der GGS Jüchen, Hochneukirch und Otzenrath erstmalig ein Auswahlverfahren für das Schuljahr 2020/21 angesetzt werden. Auch mit Wartelisten müssen die meisten Ogatas mittlerweile arbeiten.

Bei dem Auswahlverfahren versuchten die Kitaleiterinnen herauszufinden, nach welchen Bedarfsprioritäten sie die Plätze vergeben konnten. So wurde den Eltern ein Fragebogen vorgelegt, in dem sie die Dringlichkeit für die Ganztagsbetreuung ihres Kindes beschreiben sollten. Die Zu- oder Absagen sollen die Grundschüler-Eltern bis Mitte Mai erhalten.

Der Zulauf in den Jüchener Schulen macht sich nicht nur in gestiegenen Anmeldezahlen für die Ogatas bemerkbar, sondern auch bei den Eingangsklassen. So müssen die drei Grundschulen beziehungsweise Grundschulverbünde in Jüchen jeweils mit drei Eingangsklassen starten. In Hochneukirch-Otzenrath gab es zum neuen Schuljahr 81 Anmeldungen, in Jüchen 78 und in Gierath-Bedburdyck 70. Die beiden weiterführenden Schulen in Jüchen müssen mit ihren Anfangsklassen im Sommer sogar vierzügig starten.

Im Gymnasium mussten von den 139 Anmeldungen sogar 19 Schüler abgewiesen werden. Darunter waren auch neun Kinder aus Jüchen. Zuvor hatte der Stadtrat den Beschluss gefasst, dass ortsfremden Schülern, die in ihrer Kommune eine Schule der gewählten Form besuchen können, auch von der Schulleitung in Jüchen abgewiesen werden können. An der Gesamtschule Jüchen sind bis dato fürs neue Schuljahr 96 Kinder angemeldet. Dazu gibt es noch laufende Verfahren sowie eine unbekannte Größe, da in den Nachbarkommunen die Anmeldeverfahren noch nicht alle ausgewertet sind. Nach aktuellem Stand werden 71 Jüchener, 22 Mönchengladbacher, zwei Korschenbroicher und ein Grevenbroicher die Jüchener Gesamtschule besuchen.