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Volleyball: Sichtungen beim Erkelenzer VV bringen viele Talente hervor

Volleyball : Sichtungen in Grundschulen bringen viele Talente hervor

Seit 15 Jahren kooperiert der Erkelenzer Volleyball-Verein mit den Grundschulen der Stadt. Das Konzept hat sich nicht nur für den Klub schon oft ausgezahlt.

Über mangelnden Nachwuchs müssen sich die Volleyballer des Erkelenzer VV in der Regel wenig Sorgen machen. Seit gut 15 Jahren findet in den drei Grundschulen in Erkelenz jährlich eine Talentsichtung des Volleyball-Vereins statt, die auf beiden Seiten regelmäßig auf Begeisterung stößt: Beim EVV sorgt die Sichtung für potenziellen Nachwuchs, für die jungen Schüler ist es eine gute Gelegenheit, um sich mit der Sportart erstmals auseinanderzusetzen und möglicherweise ein neues Hobby zu finden.

Unter den Augen von EVV-Trainer Bogdan Chudzik probieren sich die Grundschüler der Franziskus-, Astrid-Lindgren- und Luise-Hensel-Schule in einfachen Ballspielen und Bewegungsübungen auf spielerische Weise aus. Nach einer „ersten Runde“, in der der Erkelenzer VV die drei Grundschulen besucht, findet eine zweite Sichtung statt, zu der jeder mit zumindest ein wenig Talent und vor allem Spaß am Sport eingeladen wird. Aufregend wird es für die interessierten Schüler, wenn sie zum zweiten Termin immer freitags per Taxi zur Luise-Hensel-Schule fahren, was von der Stadt Erkelenz bereits langjährig unterstützt wird.

Nach dem zweiten spielerischen Training können die Kinder, die Interesse am Volleyball haben, noch drei Monate lang kostenlos am Training des EVV mitmachen, bis sie sich entscheiden müssen, ob sie auch weiterhin bleiben wollen. Bei den Talentsichtungen achtet Cheftrainer Chudzik vor allem auf den Ehrgeiz der jungen Schüler und ihren Spaß am Spiel: „Natürlich ist auch Ballgefühl wichtig, aber wenn das Interesse hoch ist, lernen sie das in der Regel auch noch.“ Auch auf den Umgang mit den anderen Kindern legt der Trainer großen Wert, Volleyball sei schließlich ein Mannschaftssport, wie Chudzik betont: „Wir spielen nach dem Motto, dass jede Mannschaft nur so stark ist wie ihr schwächstes Glied – die Teamfähigkeit ist daher besonders wichtig.“

Das Konzept der Talentsichtung hat sich für alle Seiten bereits bezahlt gemacht: Jahr für Jahr nehmen zahlreiche Grundschüler an den Sichtungen teil und lernen Begeisterung für den Sport kennen, nicht wenige bleiben beim Verein, der so talentierten Mannschaftszuwachs erhält und in den vergangenen Jahren mit vielen ehemals „Gesichteten“ bei verschiedenen Meisterschaften an der Spitze mitkämpfte.

„Letztlich kann man sagen, dass die ganze Region von der Talentsichtung profitiert“, fasst Chudzik zusammen, „denn viele Kinder, die nach den Sichtungen bei uns Volleyball gelernt haben, bleiben bis ins Studium hinein bei diesem Sport“. Einige Spieler und Spielerinnen seien nach ihrem Umzug beispielsweise zu den Mannschaften in Aachen oder Köln gewechselt und trainieren aktuell noch dort.

Auch für Margrit Krohn, zweite Vorsitzende des EVV, stellen die jährlichen Sichtungen ein Erfolgsrezept dar: „Bei den Kindern und den Schulen stoßen wir auf viel Begeisterung, was sich darin widerspiegelt, wie lange viele der Schüler im Verein bleiben: Bei unserer Sichtung wird sozusagen die erste Liebe zum Volleyball vermittelt.“