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Coronavirus: Schützenfeste in Kleinenbroich, Jüchen & Co. abgesagt

Brauchtum : Kleinenbroich und Jüchen sagen ihre Schützenfeste ab

Die Kleinenbroicher St.-Sebastianus-Bruderschaft hat ihr für Anfang Juni geplantes Schützenfest abgesagt. Korschenbroich entscheidet erst vier Wochen vor dem Fest. Auch Jüchen und Hochneukirch lassen ihre Feste ausfallen.

Die Kleinenbroicher St.-Sebastianus-Bruderschaft hat ihr für Anfang Juni geplantes Schützenfest am Sonntag abgesagt. Auch der Bürgerschützen- und Heimatverein Jüchen 1880 e.V. hat am Sonntag einstimmig beschlossen, sein diesjähriges Fest ausfallen zu lassen. Ebenso hat der Heimatverein 1890 Hochneukirch am Sonntag sein Schützenfest abgesagt.

Kleinenbroicher Präsident Hans-Bert Heimanns erklärte auf Anfrage: „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Wir wissen alle nicht, was noch kommen mag, sind uns aber mit Vorstand, Königshaus und Generalität einig, dass selbst bei einer Verbesserung der Lage kaum unbeschwert gefeiert werden kann.“ Beeinflusst hat die frühe Entscheidung die Tatsache, dass wichtige Vertragspartner der Schützen bereits Kurzarbeit angemeldet haben. Kleinenbroich will erst 2021 wieder richtig Schützenfest feiern. Noch ist unklar, ob und in welchem Rahmen die Herbstveranstaltungen der Bruderschaft stattfinden. Möglicherweise wird die Herbstkirmes aufgewertet.

Die Entscheidung der Kleinenbroicher sorgt auch in Korschenbroich für Unruhe. Schließlich liegt der Kleinenbroicher Festtermin eine Woche nach Unges Pengste. Ob das Korschenbroicher Schützen- und Heimatfest stattfinden kann, soll nach den bisherigen Überlegungen vier Wochen vor dem Fest entschieden werden. Damit folgen die Korschenbroicher bislang der Empfehlung des Bezirksverbandes der Bruderschaften, der dazu geraten hat, zunächst abzuwarten und in engem Austausch mit Ordnungsbehörden und Vertragspartnern einen Monat vor dem Festtermin zu entscheiden. Der neue Präsident der Korschenbroicher Sebastianer, Thomas Siegers, erklärte dazu: „Wir sind auf alles vorbereitet, haben Konzepte sowohl für die Absage von Unges Pengste als auch für die kurzfristige, möglicherweise angepasste Organisation.“ Siegers betont: „Wir wollen unserer Verantwortung gerecht werden, die Gesundheit der Bürger zu schützen. Deshalb werden wir nicht leichtfertig unser Fest durchführen.“

In Jüchen geht es nicht nur um das Schützenfest, sondern auch um weitere Veranstaltungen wie das Sommernachtskonzert oder den Familientreff. Der Vorstand werde, teilte er mit, die Entscheidungen darüber „zeit- und sachgerecht“ fällen.

Nach 70 Jahren sei es das erste Mal, dass man ein Schützenfest absagen müsse, so der Heimatverein Hochneukirch. Da die Verfügung der Stadt Jüchen alle Veranstaltungen unbefristet untersage, hätten die Vereinsvorstände übereinstimmend festgestellt, alle Veranstaltungen bis zum 31. Mai zu candeln; betroffen sei auch die Frühkirmes in Gierath und Bedburdyck.

Für Bezirksbundesmeister Horst Thoren ist klar, dass sich selbst bei Durchführung der Schützenfeste Schützenfeste ihr Charakter grundsätzlich verändern wird. „Ein unbeschwertes Miteinander, wie wir es gewohnt sind, wird auf längere Sicht nicht möglich sein.“ Thoren bringt auch Überlegungen ins Gespräch, bei Absage von Schützenfesten bis zum Sommer die Veranstaltungen in der zweiten Jahreshälfte aufzuwerten. Das könne in Mönchengladbach bedeuten, dass das Stadtschützenfest im September größer gefeiert wird oder die Korschenbroicher im Oktober mit Pesch aufziehen.

Anm. d. Red.: In einer früheren Version des Artikels wurden nur Kleinenbroich und Korschenbroich thematisiert, die Absagen von Jüchen und Hochneukirch wurden aktuell ergänzt.

(RP)