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Hückeswagen:Public Viewing zum EM-Auftakt im Kultur-Haus Zach

Public Viewing in Hückeswagen : Umsonst gehofft und Daumen gedrückt

Bei der ersten Veranstaltung im Kultur-Haus Zach seit Ende Oktober wurde das Spiel der DFB-Elf bei der Fußball-EM per Public Viewing geboten. Weitere Veranstaltungen folgen nun.

Ob es den Hückeswagenern am Dienstagabend wohl doch zu schön und zu warm war, um sich im Kultur-Haus Zach bei der ersten öffentlichen Veranstaltung seit Oktober das Auftaktspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen die Auswahl aus Frankreich live anzusehen? Oder saß die Sorge wegen Corona dann doch noch zu tief in den Knochen? Jedenfalls war zum „Rudelgucken“ nur ein eher kleines Rudel an die obere Islandstraße gekommen.

Das änderte aber nichts an der Freude im Dreier-Team des Kulturhauses, bestehend aus Ursula Weber, Stefan Noppenberger und Detlef Bauer, endlich wieder Besucher empfangen zu dürfen. „Wir sind richtig froh, dass es jetzt mit gleich zwei Terminen in einer Woche wieder losgeht. Am Dienstagabend mit dem Public Viewing, und am Freitag dann mit dem Konzert von ,Tierra Negra’“, sagte Bauer.

Im Inneren wurde dem Besucher direkt klar, wem die Daumen gedrückt wurden: An der Lichttraverse hingen etliche Deutschlandwimpel, mehrere große Fahnen schmückten die Wände. Das Bild auf dem großen Monitor war klar und deutlich, der Ton ebenfalls, rein technisch war das schon vielversprechend, was da auf dem Bildschirm zu verfolgen war. Und auch wenn das Tor in der 19. Minute tatsächlich ein unglückliches Eigentor von Mats Hummels war, tat das weder der Stimmung vor Ort in München Abbruch, noch gaben die Besucher im Kultur-Haus das Team von Bundestrainer Joachim Löw auf. Jede gute Aktion der Elf um Toni Kroos und Kapitän Manuel Neuer wurde zwar nicht euphorisch bejubelt, aber doch zumindest wohlwollend zur Kenntnis genommen und kommentiert.

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Viel zu tun hatte das Team im Kultur-Haus Zach zwar nicht, aber vielleicht war ein ruhiger Start nach den langen Monaten der Pause auch gar nicht so schlecht. „Wir haben zu dritt aufgebaut, für den nächsten Termin haben sich aber auch die nächsten Helferinnen und Helfer wieder angekündigt. Langsam kommen alle wieder“, sagte Bauer. „Wir sind sehr gut vorbereitet für die kommenden Veranstaltungen.“ Der Trägerverein hatte in den vergangenen Monaten viel investiert, darunter in die großen Acrylglas-Trennwände im Foyer (die BM berichtete). Zudem stehen die Verantwortlichen mit dem Ordnungsamt wegen der aktuellen Corona-Entwicklungen im ständigen Kontakt. „Erst am Sonntag haben wir noch mit Roland Kissau gesprochen – weil dann ja wieder neue Lockerungen in Kraft getreten sind“, berichtete Bauer. So mussten alle zwar im Innenraum nach wie vor eine Maske tragen und entsprechend weiten Sitzabstand halten. „Aber immerhin müssen die Besucher keinen aktuellen Schnelltest mehr dabei haben“, sagte Bauer.

„Sie sind da ja richtig gut aufgestellt, so in Sachen Fan-Artikel“, sagte Zuschauer Jürgen Müller in der Pause am Tresen zu Stefan Noppenberger. Der antwortete schmunzelnd: „Wir machen das Public Viewing ja auch nicht zum ersten Mal – und am kommenden Samstag, beim zweiten Spiel von Deutschland, diesmal gegen Portugal, wird bestimmt auch mehr los sein.“

Jürgen Müller war mit seiner Frau Ursula eher zufällig im Kultur-Haus gelandet. Das Ehepaar aus der Nähe von Bonn ist derzeit mit seinem Wohnmobil unterwegs. „Wir waren noch nie in Hückeswagen. Aber das Schild auf der A1, auf dem für die historische Altstadt geworben wird, hat uns gelockt“, erzählte Ursula Müller. Es sei nicht zu viel versprochen worden. „Es ist eine sehr schöne Altstadt, und die Kombination von Natur und Stadt ist wirklich reizend“, ergänzte sie. Besonders schön fand das Paar die Möglichkeit des kostenfreien Parkens am Wohnmobil-Parkplatz am Schwarzen Weg. „Das ist wirklich sehr gästefreundlich. Und so haben wir gleich beschlossen, noch einen Tag länger zu bleiben“, sagt Jürgen Müller.

Weil die deutsche Elf in der zweiten Halbzeit gegen die Franzosen dann doch noch einmal ordentlich aufdrehte, zweimal das 2:0 der Franzosen nur ein Abseitstor war und so am Ende kein ganz so desaströses Ergebnis stand, war es dann doch ein gelungener Veranstaltungsauftakt für das Kultur-Haus Zach.