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Fußball-Europameisterschaft 2021: Elten leidet mit Robin Gosens

Europameisterschaft 2021 : Elten leidet mit Robin Gosens

Bis zur 87. Minute, als für ihn Kevin Volland aufs Feld kam, zeigte der Eltener leidenschaftlichen Kampfgeist und war der Aktivposten der Löw-Elf. Seine Eltern sind in München und hoffen, dass die deutschen Stürmer endlich treffen.

Stolz ist man in Elten auf Robin Gosens, dessen Fussballerkarierre ihn bis in die deutsche Nationalmannschaft geführt hat. Da war es kein Wunder, dass viele Sportbegeisterte aus dem Emmericher Ortsteil bei seinem Debüt bei der Europameisterschaft per Bildschirm dabei sein wollten. Allerdings gab es keine größeren Veranstaltungen, vielmehr wurde im kleinen Freundes- oder Nachbarschaftskreis zugeschaut.

Gosens‘ Stammverein Fortuna Elten bot zwar ein Public Viewing an, doch wurde dieses Angebot vermutlich aus Pandemiegründen nicht angenommen. Anders war es beim benachbarten TV Elten. Auf der Terrasse des Clubheims hatte die Tennisabteilung einen Bildschirm installiert und etwa 15 Fans sahen bei dem enttäuschenden Auftritt der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich zu. Natürlich stand Robin Gosens bei der 0:1-Niederlage im Fokus des Interesses.

„Er ist noch nicht richtig angekommen. Robin wird zu wenig angespielt“, stellte Ortsvorsteher Albert Jansen nach wenigen Minuten fest.

Das sollte sich im weiteren Verlauf der Begegnung aber ändern. Gosens beackerte die linke Seite des deutschen Spiels und sorgte mit seinen Vorstößen für Gefahr vor dem Kasten der Franzosen. Die beiden besten und einzigen Torgelegenheiten der Elf von Joachim Löw wurden von dem 26-Jährigen aus Elten initiiert. So legte er in Minute 23 perfekt für Thomas Müller auf, doch der Mann von Bayern München ließ die Chance ungenutzt.

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Noch ärgerlicher war die Szene in der 54. Minute, als Gosens Serge Gnabry mit einer Flanke maßgerecht bediente. Aber auch der Angreifer verfehlte das Ziel. „Den muss man einfach machen“, ärgerte sich Stefan Daubner, Mannschaftsführer des Herren 40-Teams des TVE, auf der Terrasse über den Fehlschuss  Gnabrys.

Angefressen war Robin Gosens nach der missglückten  Auftaktpartie der Nationalmannschaft. Im Interview mit „Magenta TV“ wählte er drastische Worte. „Am Ende des Tages stehen wir mit null Punkten da. Deswegen bin ich etwas angepisst, das ist klar. Wir haben viel für das Spiel getan, den Franzosen die Stirn geboten und teilweise sogar mehr vom Spiel gehabt, uns aber nicht belohnt. Dementsprechend kotzt mich das ein bisschen an.“

Mit seinem eigenen Auftritt konnte er durchaus zufrieden sein. Gosens war einer der wenigen deutschen Spieler, der von den Kritikern gelobt wurden. Bis zur 87. Minute, als für ihn Kevin Volland aufs Feld kam, zeigte der Eltener leidenschaftlichen Kampfgeist und war der Aktivposten der Löw-Elf.

Am Samstag wartet auf die Nationalmannschaft wieder eine spielstarke Elf. Dann geht‘s gegen Europameister Portugal, der von Superstar Cristiano Ronaldo angeführt wird.

Aber für Robin Gosens gibt es in der zweiten Gruppenbegegnung Unterstützung von der Familie. Martina und Holger Gosens, die Eltern des Nationalspielers, sowie Schwester Chantal werden im Münchener Stadion die DFB-Auswahl anfeuern. Vater Holger wird sogar bis Mittwoch bleiben und bei der abschließenden Gruppenpartie gegen Ungarn vor Ort sein.

„Ich hoffe, dass die Mannschaft ins Achtelfinale einzieht. Aber dazu müssen wir im Angriff zielstrebiger auftreten“, weiß Holger Gosens.