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Kleve: Das erste Spiel der EM der deutschen Mannschaft beim Public Viewing im Casa Cleve

Public Viewing im Casa Cleve : Kleve kommt nur langsam ins EM-Fieber

Zum Auftaktspiel versammelten sich 100 Zuschauer beim Public Viewing im Casa Cleve – darunter war auch Sportprominenz. Am Samstag beim Spiel gegen Portugal dürfte es voller werden.

Zum Start der Europameisterschaft scheint das Klever Fußball-Publikum noch nicht von der Euphorie rund um das Turnier angesteckt worden zu sein. Als die deutsche Nationalelf am Dienstagabend auf den Weltmeister Frankreich traf und mit 0:1 unterlag, versammelten sich 100 Zuschauer zum Rudelgucken im Casa Cleve. Kein Vergleich zur Vergangenheit: 2014 feierten bis zu 10.000 Fans die Erfolge der Jogi-Elf im Fanpark entlang der Van-den-Bergh-Straße. Doch damals kannte auch noch niemand der Feiernden Corona. In diesem Jahr ist eben alles ein wenig anders.

„Mit 100 Gästen sind wir zufrieden, damit hatten wir im Vorfeld auch etwa gerechnet. Man darf nicht vergessen, dass es ein Termin unter der Woche ist“, sagt Rainer Vogt, Betreiber des Restaurants Casa Cleve. Der Unternehmer hat zusammen mit Tim Verfondern von der „Soundbox“ das Public Viewing an den Start gebracht. Eine zehn mal acht Meter große Bühne wurde auf der Terrasse aufgebaut, über die Tische und Stühle wurde ein Zelt gespannt. Rainer Vogt hofft in den kommenden Wochen nicht nur auf Fußballfans: Die „Kulturbühne 2021“ setzt auch auf Live-Musik, Kabarett und Disco.

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„Wir sind uns ziemlich sicher, dass es am Samstag gegen Portugal deutlich voller wird. Wenn sich die deutsche Mannschaft dann einigermaßen präsentiert, werden es auch gegen Ungarn viele Zuschauer sein“, sagt Rainer Vogt. Für das Public Viewing der Begegnung Deutschlands mit Portugal am kommenden Samstag, 18 Uhr, sind nur noch etwa 70 Tickets im Vorverkauf erhältlich. Doch auch all jene Anhänger, die es bereits am Dienstagabend vor den überdimensionalen Bildschirm zog, müssen offenkundig noch ein wenig in EM-Stimmung finden. Kaum einer sang vor dem Anstoß die deutsche Nationalhymne mit, auf Sprechchöre wartete man vergebens. Einige nahmen sogar das frühe Eigentor von Abwehrchef Mats Hummels allenfalls achselzuckend zur Kenntnis.

Einer, der eigentlich in der Münchner Allianz-Arena hätte dabei sein können, ist Robert Reisinger. Der Präsident von 1860 München war am Dienstag beruflich am Niederrhein unterwegs – und erhielt um 15 Uhr einen besonderen Anruf. „Man fragte mich, wann ich denn meine Karte abholen komme. Ich wusste gar nicht, dass ich eingeplant war und konnte so schnell natürlich auch nicht kommen. Aber so habe ich meinen Vize zum Spiel geschickt“, sagt Sportfunktionär Robert Reisinger. Sein Verein war 1966 letztmalig Deutscher Meister, heute kämpft der zweite Klub der bayerischen Landeshauptstadt in der Dritten Liga um Zählbares. „Da war das Public Viewing hier eine nette Gelegenheit, in etwas größerer Gruppe Fußball zu schauen. Für die Provinz ist das doch ein toller Rahmen“, sagt Reisinger.

Heike Priebe hatte aus Köln den Weg in die Kreisstadt angetreten. Sie folgte der Übertragung zusammen mit ihrem Klever Freund. „Ich finde schade, dass es durch Corona nicht überall große Public-Viewing-Veranstaltungen gibt. Außerdem sind die Personenbegrenzungen traurig. Ich glaube, dass es schlau wäre, Tests zur Bedingung zu machen, sodass noch deutlich mehr Menschen zusammen gucken dürfen“, sagt die fröhliche Frau aus Köln-Porz, die sich in Schwarz-Rot-Gold gehüllt hatte.

Bis zu 250 Personen sind bei Rainer Vogt und Tim Verfondern ohne negativen Testnachweis zugelassen. Einen kleinen Dämpfer gab es nach der Halbzeitpause: Die Gäste bekamen Funk-Kopfhörer auf die Ohren, sodass kein Nachbar eine Lärmbelästigung fürchten muss. So war es plötzlich mucksmäuschenstill an der Tichelstraße, die meisten Gespräche wurden unterbunden. Womöglich brechen sich die Hochgefühle in der Kreisstadt erst dann Bann, wenn das erste Tor der Nationalmannschaft fällt. Am Dienstagabend wurde daraus noch nichts. Am Samstag haben Kai Havertz, Thomas Müller und Serge Gnabry erneut die Chance, auch in Kleve das Fußballfeuer zu entfachen. 

Hier geht es zur Bilderstrecke: Public Viewing im Casa Cleve