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Hückeswagen: Gute Zeiten, schlechte Zeiten in Wiehagen

Meinung : Gute Zeiten, schlechte Zeiten im Stadtteil Wiehagen

Wiehagen stand diese Woche mehrfach im Mittelpunkt. Durch die Verlängerung des Pachtvertrags für den Edeka-Markt, die Erweiterung des Awo-Kindergartens und die Aktion von Polizei und Grundschule zum Schulstart.

Es ist vordergründig eine gute Nachricht. Vor allem für die Menschen in Wiehagen. Doch bei genauerer Betrachtung wird klar, dass die Zukunft des Edeka-Markts am seidenen Faden hängt. Auch wenn Pächter Marcus Byhahn in dieser Woche verkünden konnte, dass der Pachtvertrag bis 2022 verlängert wurde. Denn richtig muss es heißen: nur bis 2022.

Für die Menschen in Hückeswagens einzigem Stadtteil, der rund 4000 Bewohner umfasst, ist der Edeka-Markt notwendig. Vor allem die vielen älteren Anwohner. Liegt das Geschäft doch zentral und ist daher auch fußläufig gut zu erreichen. Und viele identifizieren sich mit „ihrem“ Edeka, der seit einem halben Jahrhundert dort seine Waren anbietet – auch wenn er früher mal anders hieß und so mancher älterer Wiehagener gerne noch vom „Delta“ spricht.

Doch ein zeitgemäßer und moderner Markt ist er nicht mehr. Wie ein solcher aussieht, ist am Etapler Platz zu sehen, wo Rewe viel Geld in den Umbau investiert hat. Das wissen auch Marcus Byhahn und die Verantwortlichen von Edeka. Sie versuchen seit Jahren, für den Standort Wiehagen Ähnliches zu erreichen. Eine Vergrößerung des Markts ist zwingend notwendig. Das Sortiment könnte und müsste deutlich größer sein, um den gesamten Bedarf der Kunden zu decken. Doch Byhahn kämpft leider gegen Windmühlen, besser gesagt: gegen den Starrsinn des Vermieters. Der weigert sich beharrlich, in eine Erweiterung des Marktes zu investieren. Es ist ein Jammer, dass Edeka sich mit dem Eigentümer der Immobilie nicht auf eine Vergrößerung einigen kann. So sind alle nun in einer misslichen Lage, gibt es doch derzeit kein geeignetes Grundstück in Wiehagen. Bis 2022 haben die Beteiligten Zeit, sich zusammenzuraufen. Danach könnte sich Edeka – im schlechtesten Fall – aus Wiehagen zurückziehen. Dann gäbe es nur Verlierer.

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Eine wirklich gute Nachricht gab’s aus dem unteren Teil von Wiehagen: Die Erweiterung des Johanna-Heymann-Kindergartens der Arbeiterwohlfahrt neigt sich dem Ende zu. Zwei neue Gruppen mit insgesamt 40 Kindern werden dort ab dem 1. Oktober untergebracht, zehn Kinder werden bereits in vorhandenen Räumen betreut. Allen Beteiligten kann man nur gratulieren zu ihrem Mut, in die Verdoppelung der Einrichtung zu investieren. Das Kreisjugendamt hat den Bedarf für weiter Kindergartenplätze in Hückeswagen gesehen, die Stadt hat das Bestreben, zwei weitere Gruppen zu installieren, unterstützt. Und die Awo hat sich als Träger bereiterklärt, das Projekt umzusetzen.

Erst vor acht Jahren hatte die Evangelische Gemeinde ihren Martin-Luther-Kindergarten an der Ewald-Gnau-Straße geschlossen, weil damals der Bedarf rückläufig war. Umso erfreulicher ist es, dass jetzt wieder neue Kindergartenplätze in Hückeswagen eingerichtet werden, soll doch mittelfristig eine Einrichtung für weitere 40 Plätze gebaut werden. Ein Hückeswagener Verein, der gerne einen waldorfpädogischen Kindergarten installieren würde, hat schon Interesse bekundet. Neue Kindergartenplätze bedeuten letztlich eine Verbesserung der Infrastruktur einer Stadt. Hückeswagen kann davon nur profitieren.

Ein drittes Mal war der Stadtteil Wiehagen in dieser Woche im Blickfeld, als die Polizei dort zusammen mit Viertklässlern der Grundschule zum Start des neuen Schuljahrs bei Autofahrern um Rücksichtnahme und Vorsicht bat. Unabhängig voneinander sprachen mehrere Anwohner davon, dass auf der Wiehagener Straße häufig zu schnell gefahren wird. Polizei und Bußgeldstelle des Kreises sollten diesen Abschnitt daher des Öfteren mit dem Radargerät ins Visier nehmen. Schließlich sind dort viele Fußgänger unterwegs – vor allem morgens und mittags, wenn die Grundschüler auf dem Weg zum Unterricht oder dem Heimweg sind.

Was ebenfalls unmöglich ist, ist das Missachten des Zebrastreifens: Jeder Autofahrer weiß, dass er anzuhalten hat, wenn dort Fußgänger stehen. Besonders schäbig ist es aber, wenn dort (Schul-)Kinder warten, die durch das unmögliche Verhalten gefährdet und verunsichert werden. Auch hier sollte die Polizei verstärkt kontrollieren. Denn vielleicht sorgt die Aussicht, ein Bußgeld von 80 Euro und einen Punkt zu kassieren, wenn sie einen Fußgänger nicht den Zebrastreifen überqueren lassen, dafür, richtig zu reagieren.

(büba)