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Modernste Technik zur Feuerbekämpfung

Feuerwehr : 400.000 Euro für modernste Technik

13 Einsatzfahrzeuge vom Mannschaftswagen über Löschfahrzeuge bis hin zur Drehleiter stehen in den Hallen der Hückeswagener Feuerwehr. Wie etwa das Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF20), dessen Innenleben in dieser Grafik zu sehen ist.

Knapp zwölf Jahre hatte das alte HLF20 im Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Hückeswagen gestanden, doch es war weitaus älter. Denn das Löschfahrzeug stammte noch aus dem Jahr des Mauerfalls, also 1989. Entsprechend groß war die Freude bei den Kameraden des Löschzugs Stadt, als im Februar dieses Jahres das neue Hilfeleistungslöschfahrzeug bei der Firma Lentner im oberbayerischen Hohenlinden abgeholt werden konnte, wie Stadtbrandinspektor Karsten Binder mitteilt.

Modernste Technik zur Feuerbekämpfung
Foto: Fotos: L. Hogekamp / Grafik: Ferl

„Viel Arbeit steckte bereits in der Planung zum neuen HLF20“, sagt er. Im Sommer 2014 ging’s mit den ersten Besichtigungen von neuen Einsatzfahrzeugen der verschiedenen Hersteller bei benachbarten Feuerwehren in der Region los, anschließend folgte die Detailplanung, wofür innerhalb des Löschzugs eine Arbeitsgruppe gebildet wurde. Deren Mitglieder erarbeiteten in enger Zusammenarbeit mit der Wehrleitung einen Anforderungskatalog, so dass im Mai 2015 die europaweite Ausschreibung erfolgen konnte. Einige Monate später, nach dem Ratsbeschluss im Oktober, wurde schließlich der Auftrag vergeben.

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Ein 290 PS starker MAN TGM ist die Basis für das Einsatzfahrzeug. Es enthält Allradantrieb, hat ein Automatikgetriebe und ein zulässiges Gesamtgewicht von 15 Tonnen. Binder weiter: „Dieses Fahrzeug ist gleichermaßen mit Geräten für Verkehrsunfälle und Brandeinsätze ausgerüstet.“ Die Geräte sind dabei in sieben Geräteräumen so angeordnet, dass auch Mitglieder der anderen Löschgruppen aus dem Stadtgebiet sich schnell zurechtfinden. Es stehen ein kompletter hydraulischer Rettungssatz sowie ein Mehrzweckzug für die technische Hilfeleistung und Rettungseinsätze zur Verfügung. Darüber hinaus gehört auch umfangreiches Material zur Fahrzeugstabilisierung für verunglückte Pkw zur Beladung. Ebenso im Inneren sind Handwerkzeug, ein Schornsteinfeger-Werkzeugsatz, eine Wärmebildkamera, ein tragbarer Lüfter, Sprungretter sowie Motorsägen und Tauchpumpen untergebracht. In der Mannschaftskabine finden neun Einsatzkräfte Platz, von denen sich vier Atemschutzgeräteträger bereits auf der Anfahrt zur Einsatzstelle mit Atemschutz ausrüsten können.

Für eine schnelle Brandbekämpfung ist ein 2000 Liter fassender GFK-Wassertank eingebaut, zudem wird ein zusätzlicher Schaummitteltank mit 200 Litern Fassungsvermögen mitgeführt. „Das Schaummittel kann im Bedarfsfall dem Löschwasser über einen Zumischer zugeführt werden“, erläutert der Wehrführer. Die im Heck fest eingebaute Feuerlöschkreiselpumpe hat eine Wasserfördermenge von mehr als 2000 Litern pro Minute, wobei das Wasser über vier B- und einen C-Abgang abgegeben werden kann. Verzichtet wurde auf einen formstabilen Schlauch auf einer sogenannten Haspel (Schnellangriffseinrichtung). „Hier wurde ein weitaus günstigerer Schnellangriff mit zwei gekuppelten Rollschläuchen eingeplant.“

Binder: „Im Geräteaufbau ist jeder Zentimeter verplant. So gibt es unter anderem herausdrehbare Wände, die beidseitig bestückt sind.“ Auf dem Dach ist neben der Aufnahme einer dreiteiligen Schiebeleiter eine vierteilige Steckleiter auf einem Aluminiumkasten verbaut.

Um bei Arbeiten in der Dunkelheit den notwendigen Überblick zu gewährleisten, verfügt das Fahrzeug über verschiedene Leuchtmittel in neuester LED-Technik. „Neben Arbeitsscheinwerfern auf dem Fahrerhaus ist die Sicherheit der Einsatzkräfte durch eine sehr gute Umfeldbeleuchtung, einen pneumatischen Lichtmast, blaue Front- und gelbe Heckblitzer gewährleistet“, versichert Binder. „Ein transportabler 14 kVA-Stromerzeuger kann wahlweise im Fahrzeugaufbau oder außerhalb betrieben werden.“ In den vergangenen Wochen wurden die Feuerwehrleute intensiv an dem neuen Einsatzfahrzeug ausgebildet, da das HLF20 doch eine sehr umfangreiche Technik beinhaltet.

In das neue Hilfeleistungslöschfahrzeug hat die Stadt annähernd 400.000 Euro investiert.