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Hückeswagen: Ferien-Segelkursus der SVWu auf der Bever-Talsperre

Hückeswagen : Leinen los für die Nachwuchs-Skipper

Die Segler-Vereinigung Wuppertal (SVWu) hat im Rahmen des Hückeswagener Ferienspaßes zu einem Segel-Schnupperkursus auf der Bever-Talsperre eingeladen. Fünf Kinder ließen sich auf das „Abenteuer“ ein.

Wegen der Corona-Krise sieht das Ferienprogramm für Kinder in der Schloss-Stadt in diesem Jahr anders aus als gewohnt. Besonders offensichtlich ist dabei, dass das Kinderdorf ausfällt, das seit Montag und noch bis Ende kommender Woche laufen sollte. Aber auch der Ferienspaß der Stadt kann nur in abgespeckter Form stattfinden. Immerhin besser weniger Angebote mit geringerer Teilnehmerzahl, als gar keine. Das sahen offenbar auch die fünf Kinder so, die sich am Anlegesteg der SVWu in Käfernberg getroffen haben, um zusammen mit Regina Schneider, Vorsitzende der Jugend, und Frank Käsler, Obmann der Fahrtensegler, erste Einblicke ins Segeln zu erlangen.

„Wir bieten das schon seit vielen Jahren an, diesmal wegen Corona allerdings auch in anderer Form“, sagt Käsler. So könnten die Kinder in diesem Jahr nur an Tageskursen teilnehmen, nicht wie sonst an mehrtägigen Segelcamps. „Wir haben uns aber bewusst entschieden, etwas für die Kinder anzubieten. Denn sie waren wegen der Corona-Krise ohnehin schon so stark eingeschränkt in den vergangenen Monaten“, betont Regina Schneider.

Ehe es jedoch auf die an diesem Tag sehr ruhig daliegende Bever-Talsperre geht, müssen erst einmal einige theoretische Fragen geklärt werden. „Wir machen zuerst eine kleine Einführung in die Sprache der Segler, erklären bestimmte Begriffe wie Luv, Lee, Baum, halber Wind oder Bord und Heck. Auch den einen oder anderen Segelknoten haben die Kinder schon kennengelernt“, berichtet Regina Schneider. Doch schon wenig später heißt es: Leinen los! Justus Breidbach sticht zusammen mit Regina Schneider und den fünf Nachwuchs-Skippern in See. Der Jugendliche macht derzeit seinen Segelschein Binnen, der ab dem Alter von 14 Jahren möglich ist. Für die Prüfung muss er praktische Manöver auf dem Wasser üben – und freut sich über die Gelegenheit.

Langsam bewegt sich das Zwei-Mann-Boot, in dem neben den beiden SVWu-Seglern aber auch noch fünf Kinder bequem Platz finden, vom Steg auf den See hinaus. „Heute ist wenig Wind, deswegen nehmen wir nicht direkt viel Fahrt auf“, erläutert Regina Schneider. Dann deutet die Seglerin nach links und wendet sich den Kindern zu. „Seht Ihr da drüben, wo sich das Wasser an der Oberfläche kräuselt? Da geht Wind, und das werden wir gleich merken.“

In der Tat: Plötzlich greift der Wind in die beiden Segel, und das Boot wird schneller. Das gefällt den Kindern natürlich. Jonas ist beinahe ein alter Hase, was das Segeln angeht. „Ich habe in der Grundschule bei der Segel-AG mitgemacht, wir waren damals einmal in der Woche beim Segeln“, erzählt der 15-Jährrige. Da sich danach jedoch keiner seiner damaligen Freunde weiter für den Wassersport interessiert hatte, habe er es jedoch auch nicht weiterverfolgt. „Aber in den Sommerferien hat man in diesem Jahr kaum was zu tun, daher habe ich mich dazu entschieden, mir das Segeln noch einmal anzusehen“, sagt der 15-Jährige.

Den Kinder-Segelschein hat er in der Grundschule gemacht. Und so hält der Junge auch gleich ganz routiniert ein wichtiges Tau, mit dem das Fock-Segel im Bug des Boots bedient wird. Auch Nele, das einzige Mädchen in der Runde, hat bereits ein wenig Vorerfahrung. „Ich bin schon mal mit meinem Vater beim Segeln gewesen, und jetzt wollte ich es einfach noch einmal ausprobieren – vielleicht macht es mir ja auch Spaß“, sagt die Zwölfjährige. Gut möglich also, dass sie danach einen Schnupperkursus der SVWu besuchen werde. „Da kannst Du das Segeln im Optimist, einer kleinen Jolle für Kinder, ausprobieren. Wir nennen sie auch liebevoll die ‚Seifenkiste auf dem Wasser‘“, sagt Regina Schneider lachend.

Dann wird noch ein wenig für die Prüfung geübt. „Das Manöver heißt ‚Boje über Bord‘“, sagt die Jugend-Vorsitzende. Damit werde simuliert, wie man eine ins Wasser gefallene Person möglichst schnell und effektiv retten kann. „Das ist ein Bestandteil der Segelschein-Prüfung, Justus muss jetzt eine große Q-Wende drehen, um dann wieder auf die Boje zuzufahren“, sagt sie. Gespannt beobachten alle, wie Justus Breidbach sich am Ruder gibt. Und der Applaus ist groß, als die orangefarbene Boje wenig später wieder aus der Bever-Talsperre gefischt werden kann.

„Nach dem Mittagessen werden wir dann noch ein wenig mehr segeln“, sagt Regina Schneider. Und zum Abschluss stehe dann noch ein wenig Baden in der Bever an – wie es sich eben für einen gelungenen Ferienspaß gehört.